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ServusTV: Kommt das Ende Ende Juni?

03.05.2016

Den "genauen Zeitplan" für die Einstellung des ServusTV-Betriebs "werden wir professionell und gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Partnern erarbeiten", hieß es am Dienstag ergänzend aus der Pressestelle des Senders. Elektrojournal Online berichtete über das Aus des TV-Senders. APA-Informationen zufolge steht eine Einstellung des Sendebetriebs Ende Juni im Raum. 246 Mitarbeiter wurden zur Kündigung angemeldet.

"Wir können den 30. Juni nicht bestätigen", hieß es dazu allerdings im Unternehmen. Kein Indiz für den Zeitpunkt des Sendestopps, aber möglicherweise dafür, dass die Entscheidung schnell fiel, ist der Umstand, dass der Sender auf seiner Homepage das "Werbeinselschema ab Juni 2016" zum Download zur Verfügung stellt.

Die "Salzburger Nachrichten" berichteten online, dass alle 246 Mitarbeiter bereits gekündigt worden seien und es auch eine entsprechende AMS-Meldung gäbe. Das kommentierte Servus TV nur indirekt: "Die AMS Meldung muss formal mit einem Datum versehen sein", hieß es. Bestätigt wurde ein Mitarbeiterstand von "über 240".

Mehrere Medien schrieben zudem, dass eine geplante Betriebsratsgründung der unmittelbare Auslöser für das Aus gewesen sein soll. Das Unternehmen berief sich in seiner Aussendung freilich auf wirtschaftliche Gründe, habe man doch jedes Jahr einen "nahezu dreistelligen Millionenbetrag" investiert.

Ferdinand Wegscheider, seit nicht einmal einem Monat Intendant von ServusTV, war vorerst nicht zu erreichen. Erst im April war es zu einer Rochade an der Senderspitze gekommen. Geschäftsführer Martin Blank ging nach rund sechs Jahren, der frühere Burgtheater-Direktor und interimistische Servus-Programmdirektor Matthias Hartmann gab die Programmagenden ab. Harald Maier übernahm die Kaufmännische Leitung.

ServusTV hatte im April 1,5 Prozent Marktanteil. Nur selten übersprang der Sender seit seinem Start im Herbst 2009 die Zwei-Prozent-Marke. Erstmals gelang das im Oktober 2012, in diesem Monat übertrug man Felix Baumgartners Stratosphären-Sprung. Im Jahresschnitt 2015 waren 1,7 Prozent ausgewiesen worden, die beiden Jahre davor 1,5 Prozent.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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