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Schwere Vorwürfe gegen Kika/Leiner: Werden Mitarbeiter eingeschüchtert?

14.02.2014

Mitarbeiter von Kika und Leiner fühlen sich von der Geschäftsführung unter Druck gesetzt. Von ihnen werde verlangt, dass sie nur angeblich einvernehmlichen Auflösungen von Dienstverhältnissen und Gehaltsverzichten zustimmen, wie sie in Beschwerden der Gewerkschaft mitteilten. Auch der Umstieg auf die neue Samstagregelung sei nicht immer freiwillig erfolgt.

"Die Rückmeldungen bestätigen unseren Eindruck, dass es in großen Teilen der Unternehmensgruppe neuerdings Strategie sein dürfte, Beschäftigte durch Einschüchterungen unter Druck zu setzen, damit sie den Umstrukturierungsplänen zustimmen, wodurch ihnen Nachteile entstehen“, sagt der für den Handel in der GPA-djp zuständige stv. Geschäftsbereichsleiter, Manfred Wolf. Es sei bestürzend, dass auch auf Betriebsräte Druck ausgeübt werde, „anstatt, dass partnerschaftliche Verhandlungen über sozial verträgliche Lösungen geführt werden.“

 
"AMS hätte verständigt werden müssen"

Kika und Leiner wurden vom Steinhoff Konzern gekauft. Das bringt Umstrukturierungen mit sich, die für die Mitarbeiter schwerwiegende Folgen haben. Erwartet wird ein Kahlschlag, der hunderte Jobs und wohl auch einige Filialen kosten wird. Ohne einvernehmliche Auflösungen hätte das AMS von diesen Kündigungen verständigt werden müssen, betont Wolf. "In solchen Fällen müssten eigentlich alle Frühwarnmechanismen in Gang gesetzt werden, das hat die Geschäftsführung bis heute unterlassen. Uns bleibt keine andere Alternative, als das AMS von den Vorfällen rund um diese fragwürdigen einvernehmlichen Auflösungen zu informieren. Es ist weiter fraglich, ob bereits ausgesprochene Kündigungen überhaupt gültig sind."

 
"Drüberfahren"

Inzwischen forderte die GPA-djp die Geschäftsführung von Kika und Leiner auf, gemeinsam mit dem Zentralbetriebsrat Gespräche über einen Sozialplan für die Beschäftigten aufzunehmen, sagt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. "Nach all den Berichten der Betroffenen in den vergangenen Stunden und Tagen steht unsere Verhandlungsagenda mit zahlreichen Punkten, die es zu klären gibt. Diesem Drüberfahren über die Interessen - besonders von langjährig Beschäftigten - werden wir jedenfalls nicht tatenlos zuschauen!"

Update 16 Uhr:
Kika/Leiner nimmt Stellung

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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