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Steht schon vor den Türen Österreichs: der Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus

Schweizer Online-Händler greift Media-Saturn am Heimmarkt an: Danach folgt Österreich …

08.11.2018

Vorige Woche ist Onlinehändler Digitec Galaxus in Deutschland gestartet. Geht der Plan bei unseren Nachbarn auf, steht als nächstes Österreich am Programm. Zum Start will man sich vor allem auf Elektronikartikel konzentrieren.

"Österreich ist logischer nächster Kandidat", Galaxus-Deutschland-Chef Frank Hasselmann

Allzu bekannt ist der Onlinehändler hierzulande (noch) nicht, aber das dürfte sich ziemlich schnell ändern. Am Schweizer Heimmarkt macht man nämlich seit geraumer Zeit einen verdammt guten Job, ist dort Online-Marktführer und kann damit sogar den US-Riesen Amazon (liegt auf dem 3. Platz) auf Distanz halten. Nicht weniger beachtlich: Laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) macht Media Markt in Deutschland weniger (Online-)Umsatz, als Digitec Galaxus in der Schweiz – und das obwohl der deutsche Markt rund zehnmal größer ist.  

Deutscher Ableger schon in Betrieb

Angesiedelt hat sich die deutsche Galaxus-Zentrale in Hamburg, das Lager steht in Krefeld. Von dort aus sollen alle (vorerst deutschen) Kunden binnen 24 Stunden beliefert werden können. Während Galaxus in der Schweiz ein bunt gemischtes Angebot hat, wird man sich in Deutschland vorerst auf den Elektronikbereich (rund 50.000 Artikel) konzentrieren. Wohl wissend, dass der Markt bereits heftig umkämpft ist. „Wir gehen ganz bewusst mit einem überschaubaren Elektronik-Sortiment live“, erklärt Deutschland-Chef Frank Hasselmann. Erst nach und nach werde das Unternehmen sein Online-Warenhaus dann für weitere Produktsegmente (Haushalt, Spielwaren oder Möbel) öffnen. „Obwohl wir ambitionierte Pläne für den deutschen Markt haben, starten wir klein und wollen in einem ersten Schritt verstehen, was die deutschen Kunden über unser Angebot denken.“

Dabei setzt man auf einen starken Community-Ansatz und – man lese und staune – Beratung. So werden laut einer Mitteilung drei von vier Anfragen zu einem Produkt von anderen Nutzern innerhalb von drei Stunden beantwortet. Weitere Besonderheit des Konzeptes: Der Webshop arbeitet mit ausgefeilten Produktfiltern, personalisierten Empfehlungen, Testberichten und umfangreichen Beschreibungen. Zentrales Element ist aber die Kundencommunity, die sich untereinander Tipps gibt. Im ersten Schritt sollen auch deutsche Kunden von der bereits bestehenden Schweizer Online-Community profitieren. Dazu wurde auch die Technologieplattform von der Schweiz auf Deutschland übertragen.

„Galaxus ist mehr als eine Produktsuchmaschine mit Produktdaten und Filtern. Wir haben eine unabhängige Redaktion, die unser Sortiment mit unabhängigen Fachartikeln, Testberichten und Reportagen erklärt und unsere Kunden inspiriert. Die hauseigenen Journalisten dürfen auch ruhig schreiben, dass ihnen ein Produkt nicht gefällt“ erklärt Hasselmann gegenüber dem deutschen Magazin Absatzwirtschaft.

Finanzkräftiger Hintergrund

Das ehemalige Start-up gehört mehrheitlich (70 Prozent) dem Handelskonzern Migros. Das Schweizer Handelsunternehmen, dem auch die deutschen Handelsketten Tegut und Depot gehören, sichert mit seiner Finanzkraft die Expansion und steht dem Vernehmen nach auch voll hinter den Deutschland-Plänen. Mittelfristig will man in Deutschland unter die Top-5-Onlinehändler vorstoßen – auf Rang fünf liegt derzeit übrigens Media Markt. In der Schweiz arbeiten bereits rund 1.250 Mitarbeiter für Galaxus (dort betreibt man auch zehn Filialen) und erwirtschaften einen Umsatz von rund einer Mrd. Franken.

Weiter geht’s nach Österreich

Ist das deutsche Geschäft erst am Laufen, soll als nächster Expansionsschritt Österreich folgen. Auf Elektrojournal-Nachfrage teilte Unternehmenssprecher Alex Hämmerli mit, dass es zunächst nicht geplant sei, österreichische Kunden via www.galaxus.de zu beliefern. Der „logische nächste Kandidat“ sei aber natürlich der österreichische Markt, so Hämmerli weiter. Auf einen konkreten Zeitplan wollte er sich aber freilich nicht festlegen.

Für Galaxus-Mutter Migros wird der Schritt nach Österreich sicherlich von einem mulmigen Gefühl begleitet, musste man hierzulande doch schon einmal eine ganz bittere Niederlage hinnehmen. 1993 beteiligte man sich an der (ziemlich erfolglosen) österreichischen Lebensmittelkette Familia und verbrannte damit 300 Mio. Franken.

Autor/in:
Christian Lanner
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