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Schnellere Innovationen & 75 Tonnen Kaffeebohnen: Jura baut sich einen Super-Campus

07.11.2019

Vergangene Woche erfolgte der Spatenstich zum 18 Mio. Euro (20 Mio. CHF) schweren Bauprojekt am Jura-Hauptsitz in Niederbuchsiten. Errichtet wird ein „Jura Campus“ als zukunftsweisendes Innovations-, Qualitäts und Technologiezentrum.  

Zum symbolischen Baustart stellte Jura-Chef Emanuel Probst das zukunftsweisende Projekt persönlich vor. Unter anderem wird das Gebäude ein modernes Hightech-Qualitäts-Labor beherbergen. „Prozessoptimierungen und Automatisierung werden die Laborkapazität verdreifachen und schneller zu aussagekräftigen Resultaten führen. Die Steigerung der Innovationskadenz wird es uns erlauben, Weiterentwicklungen noch schneller auf den Markt zu bringen“, so der Bauherr.

Geschwindigkeit und kompromisslose Qualität seien im Wettbewerb die entscheidenden Erfolgsfaktoren, so Probst weiter. Deshalb werde die Laborkapazität auch verdreifacht. Digitalisierung und Automatisierung erlaube es den Entwicklungsteams, sich konsequent auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren. Auch fördere der Jura Campus aktiv den Dialog und den Know-how-Transfer zwischen einzelnen Entwicklungsgruppen. „Das Resultat wird eine Beschleunigung von Innovationen sein“, ist der Jura-Chef überzeugt.

Industrie 4.0 statt Kaffeeklatsch

Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Kaffeespezialitäten-Vollautomaten spielen Dauertests eine ausschlaggebende Rolle. In möglichst kurzer Zeit sollen die realen Betriebsbedingungen während eines gesamten Produkte-Lebenszyklus realistisch simuliert werden. Dabei fallen Abertausende von Datensätzen für jedes einzelne Gerät an. Eine der wesentlichen Prozessinnovationen im Campus sind daher digitalisierte Abläufe. Ganz zu Beginn erfolgt eine Identitätserfassung der Geräte, sowie die Zuteilung auf einen Trolley. Darauf verweilen die Geräte während der gesamten Entwicklungs- und Testphase. Ab dem Einchecken können alle involvierten Stellen jederzeit im „Skylab“, einer Art Flugradar, sämtliche Funktionen und Messwerte der Geräte einsehen – vollautomatisch, vollständig und in Echtzeit. „Damit hält bei uns Industrie 4.0 Einzug“, so Probst.

10 Mio. Tassen Kaffee jährlich

Um exakt zu analysieren, wie sich einzelne Bauteile nach Jahren des Betriebs verhalten, werden im Herzstück des Jura Campus im Endausbau 102 automatisierte Prüfplätze zur Verfügung stehen. In wenigen Monaten simuliert jeder einzelne davon Jahre des Einsatzes im Haushalt. Die Zufuhr von Wasser und Kaffeebohnen erfolgt an den einzelnen Stationen genauso automatisch wie das Wegführen des Kaffeesatzes. Einmal in Betrieb, werden die Dauertests jährlich rund 75 Tonnen Kaffeebohnen verbraucht. Damit dürften rund 10 Mio. Tassen Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato, Cortado und andere Spezialitäten zubereitet werden. Abfall entsteht dabei nicht, denn schon seit Jahren arbeitet Jura mit einem Landwirt in der Region zusammen, der den Kaffeesatz kompostiert und aus ihm wertvolle Nahrung zur Bodenverbesserung gewinnt.

Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden

Reale Bedingungen werden nicht nur quantitativ, sondern auch klimatisch herrschen. „Wir sind heute in rund 50 Ländern weltweit tätig. Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden. Deshalb brauchen wir die Möglichkeit, unsere Vollautomaten auch unter härtesten Bedingungen testen zu können.“ Klimaräume werden dies möglich machen. Modernste Sensorik liefert dabei immense Datenmengen, die, von intelligenter Software ausgewertet, zur Optimierung selbst kleinster Details dienen.

Langfristig könne nur erfolgreich sein, wer sowohl seine Produktivität als auch seine Produktqualität permanent steigere, ist Probst überzeugt. Mit dem Jura Campus gehe man einen wichtigen Schritt in eine digitalisierte Zukunft. Eine offene Architektur mit lichtdurchfluteten Räumen und gläsernen Wänden greift die Thematik der Transparenz auf, die Jura seit der Einweihung der gläsernen Service-Fabrik im Jahre 2003 auch bautechnisch verfolgt.

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