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Sanierung gescheitert: Tiroler Pleite-Firma wird jetzt doch geschlossen

04.02.2020

Nur wenige Tage nachdem am Landesgericht Innsbruck ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde muss der Insolvenzverwalter die Reißleine ziehen und das Unternehmen schließen.

Ursprünglich war geplant den Elektro-Dienstleister Electron Technology GmbH zu sanieren und fortzuführen. Die Entschuldung der Gesellschaft dürfte aber bereits nach wenigen Tagen gescheitert sein. Bei den Erhebungen des Insolvenzverwalters zeigte sich nämlich, so schreibt der KSV1870, dass „die Liquiditätssituation angesichts der hohen laufenden Kosten im Unternehmen dramatisch schlecht ist“. Da zudem auch die Kosten-Erlös-Struktur im Unternehmen nicht stimmig sei, habe der Insolvenzverwalter als Konsequenz einen Antrag auf Schließung des Betriebes stellen müssen.

Laut KSV1870 ist es zu erwarten, dass die rund 30 Mitarbeiter der Schuldnerin kurzfristig ihre Anstellung verlieren werden. Die Dienstnehmer werden zu Wahrung ihrer Ansprüche im Insolvenzverfahren bereits von der Arbeiterkammer Tirol unterstützt und beraten. Klaus Schaller, KSV1870 Regionalleiter West, berichtet: „Die Electron Technology GmbH wurde seit längerer Zeit von einer Vielzahl an Gläubigern gerichtlich verfolgt. Die Schuldnerin war nicht in der Lage mit ihrem Geschäftsmodell entsprechende Umsätze zu erzielen, um die Kosten des Betriebes letztlich decken zu können“.

Das ursprünglich als Sanierungsverfahren geführte Insolvenzverfahren wird nun in ein Konkursverfahren vom Gericht umgewandelt. Der Insolvenzverwalter wird sämtliche Vermögensteile der Schuldnerin einer Verwertung zuführen. Der erzielt Verwertungserlös kommt am Ende des Verfahrens aliquot an die Gläubiger zur Ausschüttung.

Update 12.02.2020, 11 Uhr:

Wir wurden per E-Mail aufgefordert, den Beitrag bzw. eine "Behauptung" zu löschen, die übrigens nicht von uns sondern aus einer offiziellen Aussendung des KSV1870 stammt. Um weiteren Irritationen und unnötiger Zeitverschwendung vorzubeugen sind wir dem Begehr nachgekommen und veröffentlichen – als Stellungnahme des betroffenen Unternehmens – die E-Mail im Originaltext (natürlich ohne die entsprechende "Behauptung"). Zumal auch für die betroffenen Mitarbeiter offenbar eine erfreuliche Lösung gefunden wurde:

Sehr geehrte Damen und Herren, 

wie fordern Sie hiermit auf, bis spätestens 13.02.19 diesen Artikel bzw. die Behauptung das die "XXXX (Behauptung auch hier wunschgemäß gelöscht, Anm. der Red.)" war löschen.
Alles andere war der Fall! Und alle Mitarbeiter sind in unser Schwesterunternehmen - InterWork Personalservice GmbH gewechselt!
Sollten die Behauptungen nicht gelöscht werden, müssen wir umgehend rechtliche Schritte einleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Körber
InterWork Personalservice GmbH

 

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