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Der Kauf auf Rechnung knackt laut EHI Retail Institute im Umsatzjahr 2016 die 30-Prozent-Marke – und liegt somit an erster Stelle der umsatzstärksten Zahlungsarten.

Rechnungskauf online weiter Spitze

26.04.2017

Nach wie vor zahlen laut dem EHI Retail Institute deutsche Kunden ihre Onlinekäufe am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Die meisten Händler stellen sich darauf ein, auch wenn sie an erster Stelle die Zahlung per E-Wallet oder Kreditkarte anbieten.

Der Kauf auf Rechnung baut laut EHI Retail Institute seine Spitzenposition als umsatzstärkste Zahlungsart im E-Commerce weiter aus. Die Lastschrift liegt hier an Platz zwei vor Paypal, welches erneut leichte Einbußen hinnehmen musste. Die Marktanteile der Kreditkarte bleiben konstant, so die ersten Ergebnisse der diesjährigen EHI-Studie Online-Payment 2017.

Onlineshops bieten ihren Kunden mehr Zahlungsdienste an als im Vorjahr. Im Schnitt konnten Kunden 2016 in den 1.000 umsatzstärksten Onlineshops aus sieben unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten wählen, bei den Top-10-Shops waren es sogar knapp neun.

Nach wie vor sind hier E-Wallets, also digitale Geldbörsen wie Paypal, und Kreditkarten die mit Abstand am häufigsten angebotenen Zahlungsverfahren. Besondere Bedeutung hat auch weiterhin der Rechnungskauf.

Dieser birgt für Onlinehändler zwar ein relativ hohes Ausfallrisiko, ist aber aufgrund seiner Beliebtheit bei den Kunden nicht mehr wegzudenken. 67,7 Prozent der Top-1.000 Onlineshops boten ihren Kunden 2016 die Möglichkeit, den fälligen Rechnungsbetrag erst nach Erhalt der Ware zu begleichen.

Gegen das Ausfallrisiko sichern sich die meisten Händler durch einen entsprechenden Anbieter ab, sehr große und sehr kleine Shops tragen das Risiko tendenziell allerdings eher selber.

Paydirekt, der gemeinschaftliche Zahlungsdienst der Deutschen Kreditwirtschaft, ist bisher eher gering verbreitet. Nur 45 (von insgesamt 815) paydirekt-Shops sind unter den Top-1.000 Onlinehändlern (Stand: 13.04.2017). 34 % der befragten Händler geben aber an, dass sie Paydirekt bis Ende 2018 in den Zahlungsmix aufnehmen wollen.

Die am häufigsten angebotenen Zahlungsverfahren sind nicht zwangsläufig diejenigen, mit denen Händler die größten Umsätze erzielen. So liegt der Kauf auf Rechnung im Umsatzjahr 2016 mit 30,5 %weiterhin an erster Stelle der umsatzstärksten Zahlungsarten. Mit 20,2 % erobert sich die Zahlung per Lastschrift den zweiten Platz zurück.

Paypal verliert erneut Marktanteile und rutscht mit 17,9 % Umsatzanteil auf Rang drei. Den vierten Platz besetzt nach wie vor die Kreditkarte (12,2 %). Alle anderen Zahlungsarten liegen unterhalb der 5-%-Marke.

Die Marktanteile der Kreditkarte sind nahezu konstant geblieben. Das Zahlungsmittel profitiert zwar von geringeren Gebühren. Auf der anderen Seite bremsen die erhöhten Sicherheitsvorschriften die nutzerfreundliche Handhabung.

Denn seit November 2015 ist für Kreditkartenzahlungen im E-Commerce eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung des Kunden gesetzlich in Deutschland vorgesehen. Obwohl der Checkout-Prozess damit für den Kunden deutlich komplexer wird, sichern inzwischen 72 % der Händler Kreditkartenzahlungen mittels sogenannten 3D-Secure-Verfahren (z.B. Verified by Visa oder Mastercard Secure Code) ab.

Nur noch 27 % der Händler verzichten grundsätzlich auf die Nutzung von 3DS, im Vorjahr waren es noch 41 %.

Die hohen Sicherheitsvorkehrungen bleiben nicht ohne Folgen: Bei 43 % der Händler wurden Kreditkarten seltener als Zahlungsmittel gewählt. 61 % beobachten einen Anstieg der Zahlungsabbrüche nach Auswahl der Zahlungsart Kreditkarte, wenn die Zahlung mittels 3DS abgesichert wird.

Die vollständige Studie erscheint im Juni 2017 und kann ab dem 26. April 2017 im EHI-Shop vorbestellt werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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