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Vorstandschef Berhard Düttmann macht jetzt ernst: der Umbau bei Media-Saturn beginnt.

Radikaler Umbau: Media-Saturn will bis zu 3.500 Mitarbeiter abbauen und Filialen schließen

05.08.2020

Die Media-Saturn-Mutter plant einen radikalen Kahlschlag. Bis zu 3.500 Jobs könnten wegfallen und Filialen geschlossen werden teilte Ceconomy mit. Davon betroffen wäre vor allem das „europäische Ausland“. Auch werden die Landesgesellschaften und die Marktleiter massiv an Macht verlieren.

Elektronikhändler Ceconomy will seine Ketten Media Markt und Saturn komplett neu aufstellen – und macht jetzt ernst. Es werde die Einführung einer konzernweit einheitlichen Organisationsstruktur geprüft, bei deren Umsetzung bis zu 3.500 Vollzeitstellen wegfallen könnten, teilte Ceconomy in einer Adhoc-Mitteilung mit. Davon seien vor allem Arbeitsplätze im europäischen Ausland betroffen, heißt es weiter. Setzt Vorstandschef Berhard Düttmann seine Pläne um, werden auch die Landesgesellschaften an Macht verlieren. Er möchte den Konzern nämlich stärker zentralisieren und „standardisierte, effiziente Prozesse und Abläufe für die Verwaltungsfunktionen“ in den einzelnen Ländern einführen. Angekündigt hat Düttmann die entsprechenden Schritte freilich bereits im Dezember des Vorjahres – jetzt geht's also an die Umsetzung.

Damit einher geht auch, dass die Marktleiter vor Ort künftig nicht mehr so eigenständig wie bisher agieren dürfen. Düttmann will sie einer zentralen Führung unterstellen. So sollen die Leute von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und sich stärker auf die Kunden konzentrieren können, heißt es als Begründung. Mit einer einheitlichen Organisation würden Voraussetzungen für einen Umbau geschaffen. Abläufe in der Verwaltung und den Landesgesellschaften sollen dabei effizienter werden.

Filialnetz wird ausgedünnt

Gleichzeitig wirft man derzeit auch einen genauen Blick auf das Filialnetz. „Angesichts rückläufiger Kundenfrequenzen infolge der Covid-19-Pandemie prüft der Konzern, europaweit in begrenztem Umfang defizitäre Stores zu schließen.“ Dem Vernehmen nach sollen auch hier hauptsächlich Filialen außerhalb Deutschlands gemeint sein. Fraglich ist beispielsweise, wie sich das nahe Ende der Marke Saturn aufs österreichische Filialnetz auswirken wird.

Die Kosten für den Umbau würden sich auf rund 180 Mio. Euro belaufen. Die Umsetzung der angedachten Maßnahmen soll danach aber die jährlichen Kosten um etwas mehr als 100 Mio. Euro drücken. Ceconomy will nach eigenen Angaben am 12. August über das weitere Vorgehen entscheiden und genauere Details bekanntgeben.

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