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Rabattschlachten nach US-amerikanischen Vorbild: Online-Händler fahren in Österreich die Preisdumping-Schiene

29.11.2013

Billig, billiger, am billigsten: Aus den USA schwappt ein neuer Preisdumping-Trend nach Europa: "Black Friday" und "Cyber Monday", mit denen die Einzelhändler nach dem Thanksgiving-Feiertag traditionell die heiße Phase des Weihnachtsgeschäftes einläuten. Im Grunde ist das ganze eine riesen Rabattschlacht, die Preise ruiniert und der breiten Handelslandschaft schadet. Jetzt auch in Österreich. Hierzulande machen unter anderem die Onlineshops von Saturn, Zalando, Douglas, Otto und Quelle mit.

Insgesamt sind mehr als die Hälfte der hundert größten Onlineshops im deutschsprachigen Raum am Start. Seit gestern, Donnerstag, 19.00 Uhr senken etwa 500 Onlinehändler die Preise von mehr als einer Million Produkten für 24 Stunden. Vor allem im Internet-Einzelhandel zeichnet sich das Überschwappen des US-Trends ab. "Es ist in diesem Jahr erstmals spürbar, dass Global Player wie Amazon ihre Strategie adaptieren", sagte der auf den Online-Handel spezialisierte GfK-Konsumforscher Oliver Schmitz zu Reuters. Aber auch klassische Einzelhandelsgeschäfte folgten dem allmählich. In Österreich inszenieren Wiener Internet-Unternehmer um den ehemaligen Groupon-Verkaufschef, Konrad Kreid, den „Black Friday“.

 

Während die US-Tradition Halloween vor allem Kostümverleihern, Kürbisverkäufern und Supermärkten ein Umsatzplus beschert, geht es am Tag nach Thanksgiving traditionell um den Startschuss ins gesamte Weihnachtsgeschäft - an keinem anderen Tag im Jahr nimmt die Branche in den USA mehr Geld ein. Die Geschäfte bereiten sich wochenlang auf den großen Tag vor und überbieten sich gegenseitig in einer einzigartigen Rabattschlacht. Viele öffnen ihre Pforten bereits um Mitternacht und Schnäppchenjägern strömen massenhaft in die "Malls" genannten Einkaufszentren. Der "Cyber Monday" ist eine Marketing-Initiative des Online-Handels und eifert dem "Black Friday" des traditionellen Einzelhandels nach.

 

Am "Cyber Monday" will heuer der weltgrößte Online-Händler Amazon Kunden mit kurzfristigen Sonderangeboten locken und hat dafür die "Cyber-Monday-Woche" ausgerufen. Es gehe darum, auch hierzulande früher ins Weihnachtsgeschäft einzusteigen, wo traditionell die Geschenke recht spät gekauft oder bestellt würden, erklärt eine Amazon-Sprecherin gegenüber Reuters.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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