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v. l. n. r.: Hans Kronberger (PVA), Kurt Leeb (eww Anlagentechnik), Gudrun Senk (Wien Energie), Christoph Panhuber (Energie AG Oberösterreich Renewable Power), Vera Immitzer (PVA), Gerald Hotz (Fronius International), Thomas Becker (ATB-Becker Photovoltaik)

PVA startet Petition: Sonnenstromwende jetzt

13.06.2018

„Gut Ding braucht Eile!“ – der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) will mit einer Petition einen Weckruf an die Regierung senden, um die Ziele der Klima- und Energiestrategie 2030 zu erreichen. Man hofft auf 10.000 Unterschriften.

Start der Petition: Gudrun Senk (Wien Energie) unterzeichnete als Erste
Nicht „auf den Wecker gehen“, aber die Regierung aufwecken: „Gut Ding braucht Eile!“

Mit der Ankündigung, die österreichische Stromproduktion bis zum Jahr 2030 zu hundert Prozent  (national-bilanziell) auf erneuerbare Primärenergie umzustellen, habe die Bundesregierung eine plakative Vorgabe erstellt, so Hans Kronberger vom PVA: „Es gilt nun diesen Plan in die Tat umzusetzen. Dazu bedarf es einer Mobilisierung aller Kräfte, sowohl der Vertreter der Erneuerbaren Energieträger auf der einen als auch der politischen Akteure auf der anderen Seite. Nur durch ein harmonisches Miteinander kann das Ziel erreicht werden!“

Hierzu schlägt der PVA einen raschen Start einer Sonnenstrom-Initiative vor und lädt die Bevölkerung ein, ihre Zustimmung in Form der Petition „Sonnenstromwende Jetzt“ kundzutun. Machbar ist das unter dem Link www.pvaustria.at/sonnenstromwende-jetzt. Der PVA hofft auf 10.000 Unterschriften.

Die drei zentralen Punkte, die – so fordert der PVA – sofort umzusetzen sind:

Streichung der Eigenverbrauchsabgabe

Seit 2014 ist die eigene Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom bis zu einem jährlichen Verbrauch von 25.000 kWh steuerlich frei von Abgaben. Nun hat die Regierung angekündigt, diese Grenze zu streichen und die Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom von der Steuer zu befreien – jedoch erst in zwei Jahren.

Die Steuer ist sowohl für Betreiber, als auch für die Finanzämter aufwändig zu administrieren. Vor allem größere PV-Anlagen seien durch die Einsparung der Elektrizitätsabgabe oft erst rentabel, so Christoph Panhuber, Energie AG Oberösterreich Renewable Power: „Bei Großverbrauchern kommt oft als Zünglein an der Waage die Elektrizitätsabgabe ins Spiel, ob eine Anlage gebaut wird oder nicht.“ Die PVA fordert die rasche Abschaffung der Eigenverbrauchssteuer, die durch die Streichung eines Halbsatzes im Elektrizitätsabgabegesetz einfach möglich sei.

Klares Konzept für 100.000-Dächer-Programm

„Die PV ist 2018 in einer paradoxen Situation“, erklärt Thomas Becker, ATB-Becker Photovoltaik. „Zwar gab es mehr Fördermittel, doch die Branche wurde zum Stillstand gebracht durch unglückliche Termine und Fristen.“ Für das Gewerbe müsse ein Weg gefunden werden, der Kontinuität schafft, sodass ein stabiler PV-Markt entstehen könne. „Man muss weg von punktuellen hin zu vernünftig planbaren Förderungen“, so Becker weiter. Das 100.000-Dächer-Programm müsse rasch mit Leben gefüllt und klare Bedingungen für Branche und Gewerbe geschaffen werden.

Parallel zur Förderung muss auch die Ausbildung neuer Fachkräfte thematisiert werden, um das Ziel 2030 erreichen zu können. Aktuell werden in Österreich jährlich etwas mehr als 10.000 PV-Anlagen errichtet. „Wien soll zur Musterstadt werden, hier gibt es aber im Aufbau geeigneter Rahmenbedingungen und im Abbau bürokratischer Hemmnisse noch viel zu tun“, so Gudrun Senk von Wien Energie. „Die Wiener Energieversorger stehen voll hinter den Ausbauzielen 2030 und planen in den nächsten fünf Jahren eine halbe Milliarde Euro in die Photovoltaik zu investieren.“

Fortführung der Kleinanlagenförderung des Klima- und Energiefonds

Das Förderbudget für Kleinanlagen wurde dieses Jahr von acht Mio. auf 4,5 Mio. Euro reduziert, erschwerend kommt auch der späte Förderstart im Juni hinzu. „Wir befinden uns in der größten Umstellung des Energiesystems und stehen vor der größten Herausforderung seit der Einführung des elektrischen Stroms. Jetzt Fördermittel kurzfristig zu streichen ist der absolut falsche Weg“, erklärt Kurt Leeb, eww Anlagentechnik.

Dabei kann sich die Investition in eine PV-Anlage auch für den Staat rechnen: So stehen der Förderung einer PV-Kleinanlage (5kWp) bei einer Fördersumme von 1.375 Euro, Einnahmen für den Staat von 1.800 Euro (aus Mehrwertsteuer und Lohnsteuer) gegenüber.

2018 gab es eine gesteigerte Nachfrage an der Investitionsförderung für Kleinanlagen. In den ersten zwei Wochen wurde ein Drittel der Fördersumme abgerufen. Bereits mit Ende Juli sei mit einer Ausschöpfung des Fördertopfes zu rechnen, so Vera Immitzer vom PVA: „Das Gewerbe steht nach einem kurzen Hype wieder vor einer Durststrecke; voraussichtlich bis zum Frühjahr 2019.“

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