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Preisfehler-GAU bei Notebooksbilliger.de

19.12.2014

Ein Preisfehler-Gau ließ im eBay-Shop von Notebooksbilliger.de für wenige Stunden alles nur 5,99 Euro kosten. Egal ob Smartphones, Kühlschränke oder eben Notebooks, der eBay-Shop konnte sich vor Schnäppchenjägern kaum retten. 

Es war halb drei Uhr nachts, als der Preisfehler passierte. Wie channelpartner.de berichtet, war es das Schnäppchenportal MyDealz, das die Meldung „Extremer Preisfehler bei Notebooksbilliger“ einstellte. Im Posting ist von dem heftigsten Preisfehler überhaupt die Rede. Weiter heißt es: „Und es stoppt keiner die Leute kaufen NBB leer…. weil wohl alle verantwortlichen schlafen. Heute Nacht werden Tausende kaufen, der Schaden wird in die Millionen gehen.“

Denn trotz der nächtlichen Uhrzeit durchforsteten Tausende den eBay-Shop, um das ein oder andere falsch ausgezeichnete Schnäppchen zu erwischen. Top-Artikel wie das Samsung Galaxy Note 3 für 5,99 Euro waren als erstes ausverkauft.

Erst in den Morgenstunden des 10. Dezember entfernte Notebooksbilliger.de sämtliche Artikel aus seinem eBay-Shop. Auf noch aufrufbaren Artikelseiten heißt es: „Dieses Angebot wurde vom Verkäufer beendet, da es einen Fehler enthielt.“ In der Folge flammte bei MyDealz eine Diskussion darüber auf, ob Notebooksbilliger.de für den Preisfehler geradestehen müsse. Wie channelpartner.de berichtet, kündigten bereits einige Nutzer an, mit anwaltlicher Hilfe auf die Erfüllung der eBay-Bestellungen zu bestehen. Die meisten von ihnen haben per PayPal bezahlt und sahen sich so in der Meinung bestätigt, dass er zur Annahme ihres Kaufangebotes gekommen sei. Inzwischen sei der Status der eBay-Käufe allerdings wieder auf „nicht bezahlt“ gesetzt worden.

Stellungnahmen Notebooksbilliger.de

Firmenchef von Notebooksbilliger.de, Arnd von Wedemeyer, äußerte sich in einem offiziellen Statement bereits zu dem Preisfehler. Zu den Folgen des Preisfehlers hält man sich allerdings bedeckt. Der auf IT-Recht spezialisierte Fachanwalt Christian Solmecke geht davon aus, dass Notebooksbilliger.de, die auf dem Preisfehler beruhende Käufe rückgängig machen kann. „Der Vertrag per Sofortkauf kann aufgrund einer wirksamen Anfechtung rückwirkend unwirksam sein. Ein typischer gesetzlicher Anfechtungsgrund ist die falsche Preisauszeichnung. Eine Anfechtung muss unverzüglich und ausdrücklich erklärt werden. Ist dies wie hier der Fall, können die Nutzer sich nicht auf den Kaufvertrag berufen“, sagt Solmecke zum Berliner Kurier.

In einer Presseaussendung reagiert Notebooksbilliger-Geschäftsführer Arnd von Wedemeyer auf den Vorfall: „Leider ist bei der hohen Komplexität, mit der Daten heute geliefert und verarbeitet werden, ein solcher Fehler nicht hundertprozentig auszuschließen. Der Fehler trat nur in einem Exportmodul zum eBay-Shop auf, in unserem eigenen Shop waren daher jederzeit die richtigen Preise sichtbar. Eine große Nachfrage nach dem vermeintlichen Schnäppchen wurde durch die Deal – Plattform myDealZ befeuert, obwohl auch hier klar von den Betreibern und vielen Kunden darauf hingewiesen wurde, dass es sich sicher um einen Irrtum handelt, sogar die Überschrift lautete ,...extremer Preisfehler bei NBB…'. Wir haben eine große Zahl Bestellungen erhalten, alle Kunden wurden zwischenzeitlich informiert, dass es sich hier um einen Irrtum handelt. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für die überwiegend sehr verständnisvolle Reaktion und entschuldigen uns auch noch einmal ausdrücklich für unser Versehen. Die Kunden, die Vorkasse oder per PayPal bezahlt haben, haben Ihr Geld bereits zurück erhalten. Einzelne aufgeregte Reaktionen im Forum von myDealZ bewegen mich dennoch dazu, hier einmal Stellung zu beziehen. Aus juristischer Sicht handelt es sich hier klar um einen Irrtum in der Übermittlung.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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