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Post aus Ingolstadt: Media-Saturn fordert für Redcoon bessere Einkaufskonditionen

11.07.2013

Wenig erfreuliche Post aus dem deutschen Ingolstadt kam dieser Tage bei den Industriepartnern von Online-Händler Redcoon angeflattert. Die Metro-Tochter Media-Saturn wirft all ihr Marktgewicht in die Schlacht, um für den eigenen Online-Pure-Player bessere Einkaufskonditionen rauszuschlagen. Die Hersteller reagieren leicht verschnupft.

Über Benachteiligungen geklagt hatte bereits Redcoon-Gründer und Ex-Chef Reiner Heckel. Durch ihren selektiven Vertrieb würden sie, so Heckel damals sinngemäß, die Online-Händler schlechter behandeln, als stationäre Händler. Nachdem Redcoon zwischenzeitlich komplett im Media/Saturn-Imperium aufgegangen ist, will man das nun nicht mehr länger hinnehmen und zieht mit dem Schlachtruf „Gleiche Konditionen für alle Töchter“ in den Kampf.

Im Schreiben an die Industriepartner klingt’s freilich ein wenig direkter. Es bestehe der "klare Wunsch", dass für Redcoon dieselben Konditionen gelten sollen wie für den Rest des Konzerns, heißt es darin beispielweise. Jedenfalls wolle man mit dem jeweiligen Industriepartner darüber reden, wobei Gespräche möglichst "kurzfristig" vereinbart werden sollten.

"Die schneiden sich ins eigene Fleisch"

Damit wenig Freude haben naturgemäß die Adressaten der Schreiben. „Abgesehen davon, dass Redcoon nicht dieselbe Marktbedeutung hat, wie Media Markt oder Saturn, kann sich ja jeder vorstellen, wo das enden wird“, macht ein Lieferant seinem Ärger Luft. „Außerdem schneiden sie sich damit ja ins eigene Fleisch.“ Gemeint ist damit die Vermutung, dass bessere Einkaufskonditionen auch zu aggressiveren Verkaufspreisen führen könnten bzw. würden. „Und darüber werden sich dann die einzelnen stationären Marktleiter sicher auch nicht gerade freuen“.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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