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Polizei soll im Burgenland auf Pfuscherjagd gehen

07.05.2014

Das Burgenland sei ein „Pfuscherparadies“. Darum fordert Peter Nemeth, Präsident der dortigen Wirtschaftskammer, Polizeieinsatz im Kampf gegen Schwarzarbeit. WKÖ-Präsident Leitl kritisiert indes bei seinem Burgenland-Besuch die „Öffentliche Hand“, die zu viel in die eigene Tasche stecke.

Burgenlands Betriebe klagen, sagt Peter Nemeth. Der Wettbewerbsdruck wird stärker. Besonders in den Grenzregionen würden „Schwarzarbeit und illegale Arbeitstrupps für eine ungleiche Ausgangssituation“ sorgen. Der Graubereich sei riesig, sagt meint der Präsident der burgenländischen Wirtschaftskammer. "Speziell an den Wochenenden ist das Burgenland ein Pfuscherparadies", so der Unternehmervertreter. Vielerorts herrsche eine Politik des Wegsehens.

 

Nemeth fordert nun, dass die Polizei in die Schwarzarbeitskontrolle eingebunden wird und den Pfusch bekämpft und nicht nur bestehende Firmen von der Finanzpolizei besucht werden. "Es wäre leicht möglich, dass die Polizei im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft aktiv wird. Einfache Kontrollen von Ausweisen und Arbeitsgenehmigungen würden bereits genügen", meint Nemeth.

 
"Die Leute sind an der Grenze ihres Verständnisses für die Öffentliche Hand angelangt"

Den Ärger über die Politik kann WKÖ-Präsident Christoph Leitl nachvollziehen. "Die Leute sind an der Grenze ihres Verständnisses für die Öffentliche Hand angelangt. Das geht nicht nur den Unternehmern so, das betrifft auch die Arbeitnehmer", sagt er bei einem Besuch im Südburgenland.

 

Von sechs Prozent Lohnerhöhungen, die sozialpartnerschaftlich als Kosten für die Betriebe vereinbart wurden, kämen nur ein Prozent bei den Arbeitnehmern an, fünf Prozent stecke die Öffentliche Hand ein. "Das schädigt die Kaufkraft, das schädigt die Leistungswilligkeit und Leistungsbereitschaft", meint Leitl, der sich jetzt einen "Paukenschlag von der Regierung" erwarte.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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