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Photovoltaikmarkt hat zweitstärkstes Jahr hinter sich

14.07.2020

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Photovoltaik-Branche ein Zubauplus von 33 Prozent verzeichnet. Das macht insgesamt 247 Megawatt Sonnenstrom.

Der Bericht „Innovative Energietechnologien: Marktentwicklung 2019“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) bestätigt, was bereits vermutet wurde: Das Jahr 2019 zeigte ein deutliches Photovoltaik-Zubauplus. In Summe wurden in Österreich vergangenes Jahr 247 Megawatt Sonnenstrom zugebaut (2018: 186 Megawatt) – das entspricht einem Plus von knapp 33 Prozent. Insgesamt ist somit eine Leistung von 1,7 Gigawatt installiert, womit knapp 3 Prozent des Stromanteils gedeckt werden. Rund 13.700 PV-Anlagen wurden 2019 errichtet – also alle elf Minuten eine Anlage. So positiv dieser Befund für das vergangene Jahr ist, so deutlich muss auf den viel größeren Zubaubedarf hingewiesen werden. Bis 2030 muss sich das Ausbautempo deutlich steigern – alle drei Minuten muss demnach eine Anlage ans Netz kommen, um die von der Photovoltaik erwarteten 11 Gigawatt bis 2030 zu installieren. Anstrengungen in Bundesländern und Gemeinden gefordert

Handlungsauftrag an Landespolitik 

Während laut Bericht fast alle Bundesländer ein deutliches Ausbauplus aufweisen, ist die Stagnation sowie der teilweise Rückgang in Salzburg, der Steiermark und Tirol sehr verwunderlich. „Der Handlungsauftrag geht ganz klar an die Politik auf Landesebene, denn wichtige Instrumente zur Erreichung der politischen, von allen Parteien mitgetragenen, Ziele zur heimischen, erneuerbaren Stromproduktion liegen in den Händen der Bundesländer und der Gemeinden“, mahnt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA) ein.

Veränderung bei Anlagen-Montageart

Der Weg zu einem notwendigen ausgewogenen Anlagenmix zeigt sich in der Veränderung der Montageart der Anlagen: Betrug der Anteil der freistehende PVAnlagen in den Vorjahren noch drei Prozent, ist dieser Anteil 2019 auf 7 Prozent  gestiegen; auch die Anwendungen von gebäudeintegrierten Anlagen wurde von ein Prozent auf 3,4 Prozent gehoben. Paierl: „Hier muss das Potential an vorhandenen Flächen noch umfassender genutzt werden. Der geplante PV-Ausbau kann nur durch Nutzung aller Potenziale gelingen. Der Schlüssel liegt in ihrer vielseitigen Anwendung.“ 

Zubauplus auch für 2020 erwartet

„Für 2020 erwarten wir ein neuerliches und deutlicheres Zubauplus“, sagt Paierl stolz. Nicht zuletzt auf Grund des PV-Notpakets, auf dessen Beschluss der PVA im vergangenen Jahr drängte, stehen nun zusätzliche Fördermittel für die Umsetzung weiterer Projekte zur Verfügung. „Wir stehen vor einem sonnigen aber auch noch sehr langen Weg. Spätestens ab 2025 muss jährlich 1.000 MW, und damit 4-mal so viel PV-Leistung wie jetzt, installiert werden“, fordert Paierl weiter.

Zündung des Ausbau-Turbos

Der sehnlich erwartete Entwurf des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes soll die Zündung des Ausbau-Turbos für die Erneuerbare Stromerzeugung sein. Maßgeblich überarbeitete Rahmenbedingungen für die Photovoltaik sollen für einen raschen und weitreichenden Ausbau der Sonnenstromproduktion sorgen. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere zahlreichen, intensiven Gespräche mit dem Ministerium Früchte tragen und hinderliche Regelungen abgebaut werden, Punkte wie Anlagendiversifizierung und ein vereinfachter Netzanschluss oder die praxisorientierte Umsetzung von Energiegemeinschaften sowie allen voran verlässliche und kontinuierliche Förderstrukturen enthalten sein werden“, zeigt sich Paierl optimistisch.

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