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Der PV-Verband will 36 Millionen Euro an Förderung. Die Politik sieht dafür knapp die Hälfte vor.

Photovoltaik-Verband will mehr Fördermittel

04.09.2019

Die bevorstehenden Neuwahlen haben das „Erneuerbare Ausbau Gesetz“ auf die Warteschleife gestellt. Hier wird laut dem Fachverband Photovoltaic Austria Zeit verloren: Förderungen laufen dadurch aus, werden nicht rechtzeitig erneuert und könnten dadurch zu einem jährlichen Markteinbruch von 30 Prozent führen.

Für die Umstellung der Stromversorgung auf vollständig erneuerbare Energie bis 2030 muss eine Photovoltaik-Leistung von 15 Gigawattpeak erreicht werden – eine Verzehnfachung der aktuell installierten PV-Leistung in Österreich. Seit Monaten arbeitete das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus am Erneuerbaren Ausbau Gesetz, das schon im Namen die Forcierung der Erneuerbaren Energien beinhaltet. Auf Grund der Neuwahlen verzögert sich das Gesetz um 1,5 Jahre und Österreich verliert damit dramatisch an Zeit, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Nach einem leichten Rückgang der Installationszahlen im Vorjahr, droht durch die entstandene Lücke im kommenden Jahr ein Markteinbruch von 30 Prozent, da wichtige Fördermittel auslaufen, vermeldet der PV-Verband in einer Aussendung.

„Politik muss handeln"

Seit dem 2. Juli lägen ÖVP und SPÖ Initiativanträge vor, wie eine Überbrückung der Zeit, bis das Erneuerbaren Ausbau Gesetz in Kraft treten kann, aussehen soll. Die Fördermittel, die beide Parteien zur Verfügung stellen würden, seien jedoch nicht ausreichend. „In Anbetracht der anstehenden Herausforderungen gehen die vorliegenden Anträge nicht weit genug, zumal im kommenden Jahr bereits eine Verdoppelung des PV-Zubaus notwendig wäre, um in den benötigten Wachstumskorridor einzuschwenken. Mit den vorgeschlagenen Fördermitteln schaffen wir das Ziel auf keinen Fall!“, prognostiziert Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA). Ohne dem versprochenen Erneuerbaren Ausbau Gesetz brauche es eine ernst gemeinte Notlösung mit deutlicher Aufstockung der Fördermittel im kommenden Jahr auf 36 Millionen Euro für Photovoltaik- und Speicherprojekte.

Bei dem derzeit niedrigen Ausbautempo sei es zunehmend unrealistischer, das Ziel von 100 Prozent erneuerbaren Stroms im nächsten Jahrzehnt zu schaffen. Das sei frühestens in 90 Jahren der Fall, meint Paierl. "Als PV-Verband begrüßen wir, dass alle Parlamentsparteien gemeinsam an einer Lösung für das nächste Jahr arbeiten. Wir fordern jedoch alle Parteien auf, im Kampf gegen den Klimawandel politische Kurzsichtigkeit bei Seite zu legen und im Schulterschluss echte Maßnahmen, statt zaghafte Lösungen zu setzen und die PVFördermittel für das nächste Jahr deutlich anzuheben, um tatsächliche Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen", so Paierl.

 

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