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Photovoltaic Austria: Sonnenwunder Österreich

29.09.2016

Österreich verzeichnet die erste Milliarde an Kilowattstunden Sonnenstrom. Dennoch fordert der Bundesverband Photovoltaic Austria von der Politik eine dringende Reform des Ökostromgesetzes.

Entwicklung der Photovoltaik in Österreich: Mittlerweile können schon 300.000 Haushalte mit elektrischem Strom versorgt werden.

Die Entwicklung der Sonnenstromproduktion in Österreich hat alle Prognosen übertroffen. Tatsächlich liefert die Sonne seit kurzer Zeit 1,7 Prozent des in Österreich verbrauchten elektrischen Stroms. Denn im Sommer 2016 wurde das erste Gigawattpeak an elektrischer Leistung an Sonnenstrom in Österreich erreicht.

Damit können jährlich eine Milliarde Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Dies reicht aus, um 300.000 Haushalte mit elektrischem Strom zu versorgen. Besonders spektakulär ist die Preisdegression der Photovoltaik-Anlagen: Seit dem Jahr 2008 sind die Preise für Anlagen um 68 Prozent gefallen. Der starke Trend zur Nutzung von selbst produziertem Strom reduziert die Amortisationszeit der Photovoltaik-Anlagen. Man geht inzwischen von einer Lebensdauer der Photovoltaik-Module von 25 bis 30 Jahren aus.

Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria: „Unser Ziel ist es, die Photovoltaik innerhalb des nächsten Jahrzehnts in die vollkommene Marktfähigkeit zu führen, sodass sich die Errichtung der Anlagen vollkommen förderfrei rechnet und die Photovoltaik zum Stromproduzenten Nummer Eins aufsteigt.“

Seit 2008 wurden 49.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 264 Megawatt über den Klima- und Energiefonds gefördert. Die Fördersumme pro Kilowattpeak konnte in diesem Zeitraum von 2.800 Euro/Kilowattpeak auf unter ein Zehntel reduziert werden. Der Fördersatz des Klima-und Energiefonds liegt dieses Jahr bei 275 Euro pro Kilowattpeak. Das Ökostromgesetz von 2012 (Tarifförderung bis 200 Kilowattpeak) hat mit der Erhöhung des jährlichen Förderbudgets von 2,1 Millionen auf 8 Millionen Euro und einem einmaligen Sonderkontingent von 28 Millionen für den Abbau der vorher aufgestauten Warteschlange ebenfalls einen kräftigen Impuls mit sich gebracht.

Forderung nach Reform

Durch den dramatisch gesunkenen Fördertarif geht freilich die Volleinspeisung deutlich zurück, während der Eigenverbrauch steigt. Denn bei einer Förderung, die mit 27,60 Cent höher lag, als der Strombezugstarif (ca. 20 Cent pro Kilowattstunde), wurde logischer Weise die gesamte produzierte Strommenge in das Stromnetz eingespeist. Mit einem Fördertarif von aktuell 8,24 Cent ist es jedoch lukrativer den erzeugten Strom selbst zu nutzen und nur überschüssigen Strom einzuspeisen.

Die Photovoltaic Austria fordert daher, dass man das aktuelle System der Tarifförderung, das für Photovoltaik-Anlagen ab 5 Kilowattpeak gilt, in eine einmalige Investitionsförderung umwandelt. Anstatt 13 Jahre lang Fördertarife auszuzahlen, könnte die jährliche Fördersumme nach vorne gezogen und investiert werden. Mit dieser Umstellung könnte die jährliche Ausbaumenge verdreifacht werden.

Eine weitere Ungerechtigkeit im Ökostromgesetz sei die Ungleichbehandlung beim Resttopf, einem Förderkontingent, das grundsätzlich gleichermaßen für Antragsteller aus Photovoltaik-, Wind- und Kleinwasserkraftanlagen zur Verfügung stehen solle. Hier sei ein angemessener Fix-Anteil für Photovoltaik-Bürgeranlagen vorzusehen.

Novellierungsbedürftig sei auch das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG). Denn laut diesem ist eine effiziente Nutzung von Photovoltaik-Strom in Gebäuden mit mehreren Nutzern derzeit noch untersagt. Jetzt sollte ehebaldigst ein Gesetz beschlossen werden, um vernünftige Rahmenbedingungen für die Photovoltaik-Stromnutzung auf allen Gebäuden zu schaffen, so die Photovoltaic Austria.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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