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Um dieses gute Stück dreht sich der ganze Ärger.

Peinlich: CES blamiert sich mit Auszeichnung für ein „Frauen-Spielzeug“

09.01.2019

Jetzt hat endlich auch die Consumer Electronics Show (CES) in ihren Skandal. Zuerst zeichnen die Veranstalter einen Vibrator mit einem Innovationsaward aus, rudern kurz darauf aber wieder zurück, verbannen das gute Stück von der Messe und beweisen damit eine unglaublich verschrobene Doppelmoral.

CES-Veranstalter CTA weiß, wie man sich bis aufs Blut blamiert. Jährlich werden auf der Consumer Electronics Show Innovationen mit den mehr oder weniger begehrten CES Awards ausgezeichnet. So heuer auch das erste Produkt des Unternehmens Lora DiCarlo, das sich auf Sexspielzeug für Frauen fokussiert hat. Der „Osé Personal Massager“ räumte nämlich den CES-Innovationsaward in der Kategorie Robotik und Drohnen ab, der von einer Jury vergeben wird. Dementsprechend groß war die Freude des jungen Unternehmens, das übrigens hauptsächlich von weiblichen Führungskräften gesteuert wird.

Nur wenige Stunden später war’s aber vorbei mit dem Feiern. Der Veranstalter ruderte zurück weil das Produkt angeblich nicht den Regeln entspricht. „Unmoralische, obszöne, unanständige und profane“ Produkte (Originalzitat!) seien auf der CES nicht erlaubt. Wenig später änderte CES-Veranstalter CTA – in bester Trump-Manier – allerdings nochmals seine Meinung und begründete den Rückzug dann damit, dass es für das Produkt einfach keine passende Kategorie gebe.

Pornos und weibliche Sexroboter sind OK

Dass die USA in Sachen Doppelmoral echte Vorreiter sind, ist ja spätestens seit dem Super Bowl-„Nippelgate“ von Janet Jackson und Justin Timberlake kein großes Geheimnis mehr. Die CES bzw. CTA setzen hier aber noch einen drauf. Nicht nur, dass man die Auszeichnung aberkannte, wurde das Produkt – trotz Genehmigung im Vorfeld – gleich ganz von der Messe verbannt. Auch hier muss die Begründung herhalten, dass das Produkt ja in keine Kategorie passe.

Das ist insofern erstaunlich, da auf der CES regelmäßig Erotikprodukte vorgestellt wurden. Erst im Vorjahr wurde ein, einem Frauenkörper nachempfundener Sexroboter mit großem Tamtam vorgestellt und Hersteller Naughty America zeigte Virtual Reality Pornos (mit VR-Brille versteht sich). Das US-Magazin „The Verge“ hat die Veranstalter zwar auf diesen Widerspruch hingewiesen, auf eine Antwort wartete man bisher aber vergeblich. Auch die Tatsache, dass man regelmäßig Stände an Porno-Produzenten vermiete, wurde seitens der CTA nicht weiter kommentiert.

Lora DiCarlo-Gründerin und CEO Lora Haddock schäumt jedenfalls vor Wut und wirft den CES-Veranstaltern Sexismus in Reinkultur vor, da es sich beim Spielzeug ausschließlich um ein Produkt für Frauen handelt. „Männliche Sexualität darf explizit sein – in Form eines buchstäblichen Sexroboters in Form einer unrealistisch proportionierten Frau und Virtual Reality Pornografie wird stolz am Gang präsentiert", schreibt sie in einem offenen Brief. "Weibliche Sexualität wird hingegen entweder verstummt oder gänzlich verbannt. Man kann nicht so tun, als sei man nicht voreingenommen, wenn man einen Sexroboter für Männer erlaubt, aber ein auf die Vagina fokussiertes, robotisches Massagegerät verbietet." Zudem habe man bei der Entwicklung des Spielzeugs mit der Oregon State University, die viel im Bereich der Robotik forscht, zusammengearbeitet.

Mehr Frauen für die Branche

Geradezu lachhaft mutet in diesem Sinne auch jene Initiative an, die die CTA erst im Rahmen der diesjährigen Messe ins Leben rief. Ein zehn Millionen Dollar schwerer Fonds soll nämlich unter anderem Frauen und andere „unterrepräsentierte“ Gruppen in der Branche unterstützen.

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