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Paukenschlag bei Siemens: Nach Gewinnwarnung muss Konzernchef Peter Löscher den Hut nehmen

29.07.2013

Er wollte kämpfen, jetzt muss er aber seinen Hut nehmen, der Österreicher Peter Löscher, seines Zeichens Konzernchef von Siemens. Zur Stunde geht's rund beim Konzern. Eine Gewinnwarnung läutete am Donnerstag das vorzeitige Ende der Karriere Löschers bei Siemens ein.

Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte sich am Wochenende nach langen Beratungen auf die vorzeitige Ablösung des Österreichers geeinigt und die für diesen Mittwoch geplante Abwahl in einer knappen Pflichtmitteilung verbreitet. Aus gut informierten Kreisen wurde berichtet, dass Finanzvorstand Joe Kaeser Löschers Nachfolge an der Siemens-Spitze übernehmen soll. Eine offizielle Bestätigung fehlt allerdings

 

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Montag) zufolge wehrt sich Löscher gegen seinen Abschied. Er werde nur dann nachgeben und seinen Posten räumen, wenn auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme zurücktrete. Ansonsten wolle er es auf eine Kampfabstimmung in der Sitzung des Aufsichtsrats ankommen lassen. Löscher mache für seinen Rauswurf vor allem Cromme verantwortlich und beklage ein Komplott.

 

Doch Löscher selbst dementierte den Bericht am Montag. "Es geht mir ausschließlich um das Wohl von Siemens und der 370.000 Siemensianer, die zurecht stolz auf ihr Unternehmen sind", sagte Löscher der Bild-Zeitung (Dienstag). Ein Siemens-Sprecher erklärte, es stimme nicht, dass Löscher seinen Vorstandsposten nur dann räumen wolle, wenn zugleich auch Cromme das Kontrollgremium verlasse.

 

Spätestens seit der Pflichtmitteilung vom Wochenende ist ohnehin klar, dass die Mehrheit für die Ablösung Löschers als sicher gelten kann. Der Aufsichtsrat wird am Mittwoch, einen Tag vor Bekanntgabe der Quartalszahlen, über den Rauswurf entscheiden - und einen Nachfolger bestimmen.

 

Zwar ist Finanzvorstand Kaeser bisher nicht offiziell dafür auserkoren worden, die Aktienmärkte vergaben am Montag allerdings bereits Vorschusslorbeeren für den mutmaßlichen neuen Boss. Für Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel ist Kaeser der "logische Nachfolger". Auch andere Branchenexperten zeigten sich mit der vermutlichen Wahl des neuen Siemens-Chefs zufrieden.

 

Wunder erwartet sich die Börse von Kaeser allerdings nicht, denn die Baustellen des Konzerns blieben erhalten. Kaeser habe zwar die starke Unterstützung der Finanzmärkte, schreibt etwa die Bank JP Morgan. Er werde es dennoch schwer haben, die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen - denn auch Kaeser habe weiter mit den Problemen zu kämpfen haben, die zu der Gewinnwarnung am Donnerstag führten. Der Kurs der Siemens-Aktie war danach zeitweise auf unter 78 Euro eingebrochen. Am Montag notierte das Papier am Mittag bei knapp unter 80 Euro.

 

Löscher war nach Probleme beim Elektrokonzern zunehmend in Bedrängnis geraten. Höhepunkt war die zweite Gewinnwarnung in nicht einmal drei Monaten am Donnerstag. Inzwischen erholt sich der Aktienkurs des Münchner Industriegiganten ein Stück vom Schock der Gewinnwarnung.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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