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Panorama, Schwarzweiß oder Hochgeschwindigkeit: Profi-Fotografen erläutern aktuelle Fototrends

28.05.2013

Der Kamerahersteller Nikon hat gemeinsam mit drei Profi-Fotografen die Fotografie-Trends für den Sommer 2013 ausgearbeitet. Die Profis zeigen auf, wie Hobbyfotografen das beste aus ihren Kameras herausholen können.

Sam Rohn ist ein autodidaktischer Fotograf, der sich auf 360-Grad-Panorama-Fotografie spezialisiert hat. Er experimentiert gerne mit dem neuesten Phänomen, den Little Planet Panoramen. Dabei wird in einem einzigen Bild eine 360-Grad-Umgebung dargestellt. Es sieht so aus, als ob sich das Motiv um eine Kugel herum anordnet, sodass eine Landschaft oder eine Stadtaufnahme wie ein eigenständiger Planet erscheint.

 

Sams Tipps für gelungene Little Planets

 

Wählen Sie ein geeignetes Motiv. Szenen mit einem dominanten, zentralen Motiv, das maximal 90° über den Horizont aufragt, eignen sich besonders gut für Little Planets. Wenn Sie die Entfernung zwischen Motiv und Kamera verändern, ändert sich auch die Größe des Motivs im fertigen Bild. Arbeiten Sie immer mit einem kugelförmigen 360-Grad-Panorama-Stativkopf. Auf diese Weise sorgen Sie dafür, dass die Kamera und das Objektiv sich um den Nodalpunkt des Objektivs bewegen, sodass Parallaxenverschiebungen vermieden werden und die Bilder richtig zueinander passen. Wenn Sie die Kamera präzise horizontal ausrichten, müssen Sie das Bild später nicht korrigieren. Wählen Sie die richtigen Hilfsmittel.

Mit einem Fisheye-Objektiv können Sie den gesamten Little Planet in weniger Aufnahmen erfassen. Einige Kameras, wie die Nikon D5200, können mit einer Fernbedienung ausgelöst werden, um dadurch Ihren eigenen Schatten aus dem Bild zu verbannen. Verwenden Sie niemals den Automatikmodus. Passen Sie die Belichtung, den Weißabgleich und den Fokus individuell an, damit die Bilder einwandfrei miteinander kombiniert werden können. Nutzen Sie die richtigen Anwendungen für die Nachbearbeitung. Für das „Stitching“ (Zusammensetzen einzelner Bilder zu einem 360-Grad-Panorama) sind Anwendungen wie PTGui, KolorAutoPano oder Huginwork am besten geeignet. Versuchen Sie mit einem Programm wie Photoshop, das Stativ und seinen Schatten aus dem fertigen Bild zu entfernen.

 

Back to Basics – Monochrome Fotografie

 

Jeremy Walker ist ein preisgekrönter britischer Fotograf. In letzter Zeit beobachtet er den zunehmenden Einsatz von Filtern und Effekten, die uns zurück zu den Basics führen: Schwarzweiß-Fotos. Schwarzweiß-Bilder versetzen uns in die Anfänge der Fotografie zurück. Monochrome Aufnahmen sind Fotografie in ihrer einfachsten, pursten Form. Ohne ablenkende Farben wird der Blick auf Tonwert, Textur, Schatten, Inszenierung und Stimmung eines Bildes gelenkt, kurz: auf den optischen Eindruck.

  

Jeremys Tipps für gelungene Schwarzweiß-Aufnahmen

 

Geben Sie Ihrem Bild Tiefe. Da es keine Farbe gibt, die den Blick auf sich zieht, sollten Sie für die Aufnahme ein Motiv in mittlerer Entfernung im Vordergrund wählen und gleichzeitig auf einen ansprechenden Hintergrund achten. Wenn Sie stattdessen ein bestimmtes Element isoliert darstellen wollen, sollte es ein Drittel Abstand vom Rand haben. Diese Technik wird auch Drittel-Regel genannt und hat sich seit vielen Jahren bei Fotografen bewährt. Probieren Sie verschiedene Winkel und Perspektiven aus. Suchen Sie nach besonderen oder andersartigen Blickwinkeln; fotografieren Sie nicht wie alle anderen. Der Mangel an Farbe zwingt den Betrachter, sich stärker auf die Komposition zu konzentrieren.

Mit dem neig- und drehbaren Monitor der Nikon D5200 können Sie Ihr Bild aus so gut wie jeder Position aufnehmen. Beobachten Sie die natürliche Richtung des Lichts. Schauen Sie, wie sich der Lichteinfall im Laufe des Tages und bei unterschiedlichem Wetter verändert. Starke Schatten, Tonwerte, Texturen und Formen sind wesentliche Elemente für monochrome Bilder. Künstliche Lichtquellen wie Straßenlaternen und Fackeln können hilfreich sein, da Sie sich keine Gedanken um ungewollte Farbstiche machen müssen.

Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Längere Belichtungszeiten bringen Unschärfen, Bewegung und eine neue Dynamik in ein Bild. Wenn Sie mit einem Stativ arbeiten, können Sie Ihr Bild sekundenlang oder sogar minutenlang belichten, um dadurch geisterhafte, schemenreiche Schwarzweiß-Bilder zu kreieren. Das funktioniert besonders gut, wenn sich ein Teil des Motivs während der Belichtungszeit bewegt und dadurch verschwimmt (z. B. durch Winken) und der andere Teil unbewegt und dadurch scharf bleibt (z. B. Klippen und Felsen). Diese Technik eignet sich besonders für Aufnahmen von Küsten, Flüssen und Wasserfällen.

Bewegen Sie die Kamera während der Belichtungsdauer. Man spricht auch von Schwenkaufnahmen. Wählen Sie ein bewegliches Motiv, wie z. B. eine rennende Person, ein Auto oder einen Zug. Richten Sie die Kamera auf das Motiv und gehen Sie in die Bewegungsrichtung mit. Wenn Sie eine mäßig lange Belichtungszeit einstellen, wie z. B. eine Fünfzehntel-Sekunde, bleibt das Motiv scharf, aber der Hintergrund verschwimmt. Das Bild gewinnt dadurch an Bewegung und Dynamik. Bis Sie die ideale Einstellung gefunden haben, werden Sie jedoch ein wenig experimentieren müssen.

 

Hochgeschwindigkeitsfotografie

 

Morten Rygaard ist Experte für Hochgeschwindigkeitsfotografie. Dadurch können eindrucksvolle Bilder aufgenommen werden, die das menschliche Auge gar nicht erfassen kann, weil die Bewegung zu schnell für uns ist. So können beispielsweise Aufprallmomente oder Explosionen eingefangen und Bewegungen eingefroren werden, die mit ungeheurer Geschwindigkeit vor sich gehen.

 

Mortens Tipps für gelungene Hochgeschwindigkeitsaufnahmen

 

Blitzen ist Trumpf. Um eine Bewegung einfrieren zu können, muss geblitzt werden. Der Blitz ist die Basis der Hochgeschwindigkeitsfotografie. Für den gewünschten Effekt sollte der Blitz zwischen 1/800 und 1/2000 Sekunde eingestellt werden. Montieren Sie Kamera und Blitzgeräte auf einem Stativ. Das vereinfacht den ganzen Prozess, insbesondere wenn Sie gleichzeitig mit verschiedenen Blitzgeräten experimentieren. Versuchen Sie auch einmal, Ihr Bild in einem vollständig abgedunkelten Raum aufzunehmen. Sie erhalten wunderschöne Fotos, wenn das Motiv ausschließlich durch einen Blitz beleuchtet wird. Kontrollieren Sie nicht die Belichtungszeit, sondern die Blitzreichweite. Wählen Sie den manuellen Modus und stellen Sie den Blitz auf 1/128, um einen besonders kurzen Blitz mit 1/38.500 Sekunde Belichtungszeit zu erreichen. Das klingt sehr technisch, ist aber einfach in die Tat umzusetzen.

Arbeiten Sie mit einem Sound Trigger. Wenn Sie sich in totaler Dunkelheit befinden, löst dieses Gerät den Blitz aus, sobald es ein Geräusch wahrnimmt. Dank der Schallsensoren können Situationen nur Millisekunden später eingefangen werden. Es gibt keine pauschale Lösung. Beim Fotografieren kann man mit besonders kurzen Blitzbelichtungen arbeiten, genauso aber mit besonders starker Belichtung für den Bruchteil einer Sekunde. Die Methode hängt immer vom Motiv ab. Seien Sie also experimentierfreudig.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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