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"Original vs. Fälschung": Plagiate-Ausstellung in Wien

24.06.2014

Das Problem der Produkt- bzw. Markenpiraterie ist Thema einer Ausstellung im designforum wien, die heute, Dienstag, Abend eröffnet wird."Original vs. Fälschung" konfrontiert rund 50 Originalprodukte mit ihren Kopien: Schneid- und Haushaltswaren, Möbel und Werkzeuge, Taschen und Schmuck, Kinderspielzeug und Maschinen, Sanitärprodukte und Schreibwaren.

Kuratorin Bettina Steindl und Ausstellungsdesigner Klaus Michael Scheibl haben für die Präsentation auf die Sammlung der Aktion Plagiarius e.V. zurückgegriffen. Der 1977 von Designer Rido Busse ins Leben gerufene Negativpreis "Plagiarius" wird aufgrund von Firmen-Einreichungen jährlich im Rahmen der Designmesse "Ambiente" in Frankfurt an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen verliehen. Symbol des Preises ist ein schwarzer Zwerg mit der sprichwörtlich gemeinten "goldenen Nase", die sich nach Ansicht der Preis-Auslober Plagiatoren auf Kosten kreativer Designer und innovativer Markenhersteller verdienen.

 

"Man sieht mit freiem Auge, dass die Spannweite sehr groß ist", so Christine Lacroix vom Museum Plagiarius in Solingen, wo mittlerweile 350 Exponate zu sehen sind, im Gespräch mit der APA. "Sie reicht von Plagiaten, die minderwertig und sogar gefährlich sind, bis zu solchen, die sich in der Qualität kaum vom Original unterscheiden." Bettina Steindls Anliegen war es, vor allem zu demonstrieren, wie häufig man im Alltag mit Plagiaten konfrontiert ist. "Die Auswahl ruht auf den drei Säulen Haushalt, Freizeit bzw. Spiel und Technik. Und natürlich habe ich nach Eyecatchern gesucht, nach Firmen, die man kennt."

 

So findet man Tempo-Taschentücher im typischen Design, jedoch mit fantasievoll variierten Markennamen gleich im Dutzend, täuschend echte Moleskine-Notizbücher ebenso wie Duschköpfe, Falt-Rodeln, Sesseln, Isolierkannen, Orangenpressen, Waschtisch-Armaturen, Sesseln oder Kärcher-Hochdruckreiniger. Ergänzt wurden die Plagiarius-Exponate durch österreichische Produkte wie Eisbär-Skimützen im typischen Hair-Design.

 
"Problem hat stark zugenommen"

Die bis 14. September laufende Ausstellung möchte einen öffentlichen Diskurs zum Thema Plagiate in Österreich anregen und ein Bewusstsein für den Wert von Originalen schaffen. Es gehe nicht nur um den Diebstahl von geistigem Eigentum, sondern um die gezielte Schädigung von Produzenten und mögliche Gefährdung von Endverbrauchern, da in den Plagiaten nicht selten andere Materialien zum Einsatz kämen und die Produkte die einschlägigen Prüfverfahren nicht absolvierten.

 

"Das Problem der Plagiate hat stark zugenommen", sagt Lacroix. Der Warenwert, der jährlich weltweit mit gefälschten Produkten umgesetzt wird, beträgt laut Schätzungen rund 600 Milliarden US-Dollar (441 Mrd. Euro). Durch Internet-Shopping oder Urlaubsreisen werde man heute viel häufiger damit konfrontiert als früher. "Und es sind keineswegs nur asiatische, sondern durchaus auch deutsche und österreichische Firmen, die solche Produkte herstellen oder vertreiben."

 

Öffnungszeiten: Mo-Fr, 10-18 Uhr; Sa/So 11-18 Uhr
Eintritt: € 2 (ermäßigt € 1, Eintritt frei für designaustria Mitglieder)
Ort: designforum Wien, quartier21/MQ, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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