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„ORF behindert private Mitbewerber!“ HD Austria kritisiert die neuen HD-Richtlinien für ORF-Digital-SAT-Karten

09.10.2014

HD Austria sieht die Privatsender vom ORF benachteiligt. Die neue HDTV – IRD Richtlinien für die ORF-Digital-SAT-Karte sorgen für Ärger. Diese würden ORF-Programme bevorzugen und die Privatsender auf die hinteren Sendeplätze verbannen. Ist die Kanalliste nicht vorprogrammiert, gebe es auch keine Zertifizierung. Der ORF weist die Kritik der M7-Tochter scharf zurück. Die angesprochenen Spezifikationen sollen schließlich „die vom Publikum erwartete einfache Auffindbarkeit der ORF-Programme“ sicherstellen.

Für Ärger sorgen bei HD-Austria die neuen HDTV – IRD Guidelines, die der ORF veröffentlicht hat. „Wer in Österreich einen neuen Fernseher oder Satelliten-TV-Receiver kauft, benötigt stets eine Digital-Sat-Karte. Wer sich ab März 2015 ein neues Empfangsgerät zulegt, erhält ein Gerät, auf dem dutzendweise ORF (HD)-Sender vorprogrammiert sind – die HD Programme der Privatsender werden hingegen so weit nach hinten verbannt, dass diese selbst für findige TV Interessierte nur mit Mühe zu finden sein werden“, heißt es in einer Aussendung von HD Austria. HD-Austria sieht sich deshalb durch die angekündigte Kanalliste in seiner Tätigkeit "massiv behindert".

Ab dem 12. März 2015 erhalten nur solche Fernseher und andere Satellitenempfangsgeräte eine ORF TÜV-Zertifizierung, die eine von ORF-Seite erstellte, vorprogrammierte Kanalliste aufweisen. Diese Liste würde auf den ersten 50 Plätzen zu mehr als der Hälfte aus ORF Sendern bestehen. Sender wie Puls 4, ProSieben Austria, RTL, RTL II, Kabel eins Austria oder Vox würden in der HD-Version sogar in den dreistelligen Bereich verbannt.

„Sie dürfen ausdrücklich nicht vor dem Programmplatz 100 programmiert werden“, heißt es seitens HD Austria. „Hier liegt ein krasser Verstoß gegen den fairen Wettbewerb vor“, glaubt der M7 Countrymanager für Österreich Martijn van Hout. „Die Digital-SAT-Karte des ORF wird in Millionen österreichischen Haushalten tagtäglich verwendet. Der ORF missbraucht diese Monopol-Stellung, um seine privaten Mitbewerber zu behindern – und bürdet nebenbei auch noch seinen Kunden massive Nachteile auf. Das soll keinem Österreicher zugemutet werden dürfen.“

ORF/ORS weist Kritik als unwahr zurück

Der ORF weist gegenüber Elektrojournal Online die Kritik von M7 im Zusammenhang mit den neuen Spezifikationen für die ORF-Zertifizierung von SAT-Receivern „als unwahr“ zurück. Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Spezifikationen stünde die Sicherstellung des höchstmöglichen Publikumsnutzens. „Die Seherinnen und Seher müssen weiterhin die Möglichkeit haben, autonom zumindest eine freie Senderliste nach den eigenen Wünschen zusammenzustellen. Dies war zuletzt bei den von M7 ausgespielten Vorprogrammierungen nicht möglich. M7 kann sein Modell auf Basis der bestehenden Verträge und Vorgaben selbstverständlich uneingeschränkt weiterhin anbieten“, heißt es seitens ORF/ORS. „Trotzdem muss Flexibilität für die Seherinnen und Seher erhalten bleiben.“

Die von HD Austria angesprochenen Spezifikationen für die ORF-Zertifizierung würden ausschließlich für Receiver und Module gelten, die zusammen mit ORF-Digital-Sat-Karten vertrieben werden. „Ihr Zweck ist es, die vom Publikum erwartete einfache Auffindbarkeit der ORF-Programme sicherzustellen. Dieses Modell ist seit Jahren erfolgreich etabliert und funktioniert zur besten Zufriedenheit des Publikums und der Handelspartner.“ 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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