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„Onlinestrategie von Media-Saturn ist gescheitert“: Aktionäre gehen mit Metro hart ins Gericht

10.05.2013

Auch das positive Quartalsergebnis konnte die Aktionäre nicht mehr wirklich besänftigen. Diese verschafften ihrem Ärger über verkorkste bzw. nicht vorhandene Internet-Strategien auf der Hauptversammlung der Metro AG Luft. Sogar die Frage, ob es denn nicht sinnvoller wäre, mit Media-Saturn aus dem Online-Geschäft auszusteigen, noch bevor „sich die Situation weiter verschlechtert“, wurde von Aktionärsvertretern aufs Tapet gebracht.

Zu spät gestartet, zu schwach entwickelt. Inzwischen hat es sich bis zu den Aktionären herumgesprochen, dass der Online-Auftritt von Media-Saturn bislang unter keinem guten Stern steht. „Wohin es führt, wenn der richtige Zeitpunkt versäumt wird, sieht man bei Media Markt und Saturn", ärgert sich etwa Portfolio-Manager Ingo Speich vom Metro-Großanleger Union Investment. Die einstige Metro-Vorzeigesparte sei in dieser Form nicht zukunftsfähig. „Amazon und die restliche Online-Welt machen Media Markt und Saturn das Leben schwer, der Druck wird weiter zunehmen“, prophezeit er.

 

Würde man den zugekauften Internet-Player Redcoon aus den vier Prozent Umsatzanteil, den das Internetgeschäft bei Media-Saturn hält, rausrechnen, sei das Online-Bild noch grausamer, heißt es seitens der Aktionäre. Dabei wurde in der Hauptversammlung dann sogar die Frage laut, ob ein Ausstieg bei Media Markt und Saturn nicht sinnvoller wäre, "bevor sich die Situation noch weiter verschlechtert".

 

Auch wenn Metro-Chef Olaf Koch der Meinung zur allgemeinen Online-Lage in gewisser Weise zustimmen muss, von einem Ausstieg will er nichts wissen. "Wir sind noch ein Junior Player", räumte er mit Blick aufs Online-Geschäft ein, um gleich darauf zu betonen, dass es „aus unserer Sicht ein riesige Chance ist". Man verknüpfe seine Online-Angebote mit den Läden und erziele damit Kundenzulauf in der Fläche. "Wir können auch Zusatzgeschäft machen." Nicht zuletzt deswegen planen die deutschen Online-Shops auch einen massiven Ausbau des Sortiments von 10.000 in Richtung 30.000 Artikeln - mehr als in einem Media Markt zu finden sei. Ein Ausstieg sei dagegen keine Option.

 

Insgesamt ist der Umsatz von Media-Saturn 2012 um 1,8 Prozent auf knapp 21 Mrd. Euro gestiegen, wobei man allerdings in mehreren Quartalen rote Zahlen schrieb. Durch umfangreiche Preissenkungen und den teuren Rückzug aus China halbierte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen außerdem auf 235 Mio. Euro. Sorgen bereitet den Aktionären übrigens auch der andauernde Machtkampf zwischen Metro und Minderheitseigner Erich Kellerhals.

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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