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Onlinehandel wächst deutlich langsamer: Österreichischer Markt überschätzt

16.09.2014

Allen Prognosen zum Trotz hat das Tempo der Umsatzsteigerungen im E-Commerce deutlich abgenommen. Zu diesem Ergebnis kamen jedenfalls das Kölner EHI Retail Institute sowie Statista, das weltweit führende Statistik-Portal. Beide erfassen den E-Commerce Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Demnach erwirtschafteten die Top 100 E-Commerce-Händler in Deutschland 2013 einen Umsatz von 19,6 Mrd. Euro. „Das ist eine Steigerung von knapp 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (18,2 Mrd.). Bereinigt um den Umsatz von amazon.de, beträgt das Wachstum allerdings nur 2,8 Prozent,“ kommentiert Lars Hofacker, Leiter Forschungsbereich E-Commerce beim EHI, die Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2014“ des EHI und Statista, die am 21.10. veröffentlicht wird. Die gesamten Ergebnisse der Studie mit dem Ranking der 1.000 umsatzstärksten Onlineshops wird diesen Trend bestätigen.

Angeführt wird das Ranking erneut durch den Onlineshop amazon.de mit 5,8 Mrd. Euro. Das Unternehmen Amazon ist mit einigen weiteren Shops wie javari.de, de.buyvip.com im Markt vertreten. Otto.de, das E-Commerce-Flaggschiff der Otto-Gruppe, generierte 1,9 Mrd. Euro. Einige weitere zum Konzern gehörige bekannte Shops wie bonprix.de oder baur.de rangieren unter den Top 100. Mit einem Umsatz von 702 Mio. Euro hat Zalando.de den Vorjahres-Dritten notebooksbilliger.de abgelöst.

Der Umsatz der 100 größten Onlineshops in Österreich umfasste 1,6 Mrd. Euro. Interessant: Vergleichszahlen aus dem Vorjahr gibt’s hier nicht, da die Berechnung des E-Commerce-Umsatzes in Österreich mit einem angepassten Regressionsmodell vorgenommen wurde. Der Grund: „Nach Expertenmeinungen wurde der österreichische Markt in der Vergangenheit überschätzt“.

Jedenfalls führt in Österreich führt wieder amazon.at das Ranking an. Der Shop generiert rund 342,6 Mio. Euro. Auf ihn folgt universal.at, der fast 107,5 Mio. Euro Umsatz macht. Auch hierzulande ist Zalando auf den dritten Podestplatz vorgerückt und hat mit einem Umsatz von 72,5 Mio. Euro otto.de verdrängt.

In der Schweiz ist das bereits in Deutschland beobachtete deutlich abgeschwächte Tempo der Umsatzzuwächse nahezu ganz zum Stillstand gelangt. Die Top 100 Schweizer Onlineshops generierten 3,4 Mrd. Euro und trugen so zu einer Steigerung von lediglich 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (3,3 Mrd. Euro) bei. Digitec.ch steht mit 414,4  Mio. Euro Umsatz wie schon im Vorjahr (421,9 Mio. Euro) an erster Stelle der Liste und wird gefolgt von amazon.de, die in der Schweiz 260,32 Mio. Euro generierten. Die dritte Stelle nimmt hier nespresso.com/ch mit 260,0 Mio. Euro, gefolgt von zalando.ch (203,1 Mio. Euro), ein.

Die gesamte Auflistung der 100 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz  ist der gemeinsamen Studie von EHI und Statista entnommen. „E-Commerce-Markt Deutschland 2014“ beinhaltet die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops und erscheint am 21. Oktober 2013. Die Untersuchungen des österreichischen und schweizerischen Marktes, „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2014“,  beinhalten die jeweils 250 größten Onlineshops und stehen ab 18. November zur Verfügung.

Zur Methode

Die Angaben der Studie beruhen auf einer Händler-Befragung (EHI) und Statista-Hochrechnungen auf Basis einer Regressionsanalyse sowie Unternehmensangaben aus Geschäftsberichten, Pressemitteilungen und Unternehmenswebsites. Schwerpunkt der Untersuchung waren B2C-Onlineshops. Berücksichtigt wurde der Umsatz mit physischen Gütern, der Umsatz mit digitalen Gütern wie Apps und Streaming-Dienste von Shops wie z.B. apple itunes und musicload wurden nicht berücksichtigt. Da im Vergleichsjahr 2012 die Umsätze digitaler Güter noch mitgerechnet wurden, sind diese Umsätze hier korrigiert dargestellt.

Betreibt ein Unternehmen mehrere Onlineshops, so wurde jeder Shop separat betrachtet. Definition E-Commerce-Umsatz: Nettoumsatz des jeweiligen Onlineshop im Jahr 2013, bereinigt von Retouren, exkl. Umsatzsteuer und nur aus der reinen Geschäftstätigkeit des Onlineshops (ohne sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens).

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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