Direkt zum Inhalt

Online-Handel: 40 % der Konsumenten bemerken Preisänderungen nicht

17.05.2017

Die dynamische Preisgestaltung (Dynamic Pricing), also die Anpassung des Preises je nach Tageszeit oder Wetter, ist im Online-Handel bereits weit verbreitet.

Laut einer Befragung des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens bemerken 40 Prozent der Befragten Preisänderungen im Online-Handel nicht.

Immer häufiger setzen Online-Händler auf die datenbasierte individualisierte Preisbildung (Personal Pricing), bei der das bisherige Surf- und Einkaufsverhalten, der Standort sowie die Art des benutzten Endgeräts miteinbezogen werden. Doch bemerken Konsumenten überhaupt veränderte Preise und wie reagieren sie darauf?

Eine repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens befragte 500 Österreicherinnen und Österreicher.

40 % der Online-Shopper bemerkten Preisänderungen nicht

Die Studie zeigt, dass Konsumenten Preisänderungen vor allem bei Dienstleistungen – im speziellen bei Reisebuchungen – bemerken: Jeweils 25 % geben an, Preisschwankungen bei Hotel- und Flugbuchen registriert zu haben. 15 % fiel dies auch bei Pauschalreiseangeboten – also Kombiangeboten mit Flug und Hotel – auf.

Produktbezogene Preisänderungen fielen 15 % der befragten Online-Einkäufer bei elektronischen Unterhaltungsgeräten wie Smartphones, Fernsehgeräten und Computern auf, weiteren 13 % bei Haushaltsgeräten und jeweils 10 % bei Bekleidung und Sportartikeln.

Überraschend ist, dass 40 % Preisschwankungen beim Online-Einkauf hingegen noch gar nie bemerkt haben.

Dazu Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: „Bei der Preisdifferenzierung im Internet sind Flug- und Hotelbuchungsplattformen Vorreiter. Die Preise variieren hier stark, je nachdem an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit gebucht wird. Wir wissen, dass Flüge Montag und Dienstag Vormittag günstiger sind als beispielsweise abends oder am Wochenende.“

42 % der Konsumenten kaufen nicht bei einem Online-Shop, wenn dieser den Preis aufgrund des bisheriges Surf- und Suchverhaltens verändert. Behrens gibt einen Tipp: „Die individuelle Verteilung von Rabatten und Gutscheinen scheint beim Kunden jedenfalls besser anzukommen, als die intransparente Anpassung von Preisen.“

Aus rechtlicher Sicht ist die Preisdifferenzierung unproblematisch, vorausgesetzt die Unternehmen halten Datenschutzbestimmungen und Diskriminierungsverbote ein.

Datenbasierte personalisierte Preisbildung wird steigen

Die dynamische Preisbildung ist bereits weit verbreitet und Händler setzen sie auch im stationären Handel ein, die datenbasierte personalisierte Preisgestaltung hingegen ist im Kommen. Dies bestätigt auch ein aktueller Test der Arbeiterkammer Wien über die Preisdifferenzen im Online-Handel (http://bit.ly/2r8kkF6).

Wird bei der dynamischen Preisgestaltung der Preis aufgrund von Faktoren wie der Witterung oder dem Wochentag verändert, bezieht die individualisierte Preisbildung auch personenbezogene Daten mit ein: Der Preis ergibt sich dann u .a. auch aus dem bisherigem Surf- und Einkaufsverhalten, dem Standort des Einkäufers oder der Art des Endgeräts, das für den Einkauf benutzt wird.

Behrens: „So kann der Preis für ein und dasselbe Produkt, für einen Apple-Nutzer also teurer sein als beispielsweise für einen Windows-Nutzer, da Unternehmen davon ausgehen, dass Konsumenten mit teureren Endgeräten eine höhere Zahlungsbereitschaft haben.“

Grundsätzlich ist Personal Pricing nur schwer nachweisbar, mit der steigenden Menge an personenspezifischen Daten gibt es jedoch viele Möglichkeiten zur Personalisierung von Preisen.

Behrens abschließend: „Noch experimentieren die Online-Shop-Betreiber vorsichtig, um ihre Kunden nicht zu verärgern, wir sind aber sicher, dass dieser Trend noch mehr Einzug in Österreich hält.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Wachstumsmotor Online-Handel: Die Unternehmensgruppe erzielt 89 Prozent ihrer Umsätze mit dem Handel im Internet und betreibt mittlerweile 21 Online Shops in 7 Ländern.
Aktuelles
18.09.2017

Neben markenübergreifenden Modernisierungsmaßnahmen und Millioneninvestitionen in neue Technologien wurde auch das Sortiment ausgebaut.

Insgesamt 25 Mal macht die digital.now Roadshow in ganz Österreich Station.
Branche
14.09.2017

Die Digitalisierung verändert alles – gerade KMU sind gefordert, hier Schritt zu halten, um im wirtschaftlichen Wettbewerb bestehen zu können.

Branche
12.09.2017

Amazon.de, Otto.de und Zalando.de sind die Big 3 beim deutschen Onlineumsatz. Die österreichischen Top 10 sind noch stärker von Unterhaltungselektronik geprägt.

Bitkom-Studie: Die Befragten schätzen etwa, dass im Jahr 2030 71 Prozent der Waren direkt beim Hersteller gekauft werden.
Multimedia
03.08.2017

Zwar glauben zwei Drittel der befragten Händler, dass Bezahlen im Geschäft 2030 automatisch abläuft – dennoch haben 11 % heute noch immer keine Homepage.

Vinyl-Manie in Europa – der moderne Vertriebsweg E-Commerce pusht das alte Medium.
Branche
25.07.2017

„Vinyl rockt“: Schallplattenverkäufe online steigen konstant, wie eine aktuelle Studie von idealo zeigt.

Werbung