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Österreicher nutzen kaum Click & Collect

01.03.2017

Laut einer Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens wird Click & Collect bisher nur von einem Drittel genutzt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt jetzt Händler, die ein Gütesiegel anstreben.

Laut einer Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens lässt sich jeder Zweite die Ware lieber liefern – Click & Collect hat also noch Luft nach oben.

Auch in Österreich tätige Unternehmen setzen vermehrt auf das kanalübergreifende Shopping: Click & Collect, also das Online-Bestellen einer Ware und die Abholung in einem stationären Geschäft, gehört zu den aktuellen Trends im Online-Handel. Doch sind die österreichischen Konsumenten gewillt, Click & Collect zu nutzen?

Eine repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens ermittelte den Status quo: Bisher nutzen nur 4 Prozent der Online-Shopper regelmäßig Click & Collect-Angebote und knapp ein Drittel (27 %) selten.

Ungefähr die Hälfte (49 %) der Befragten bevorzugt die bequeme Lieferung nach Hause oder ins Büro. 20 % sagen, Click & Collect bisher nicht genutzt zu haben, würden dies aber tun.

Dazu Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens: „Die Studie zeigt, dass diese Art des Einkaufens in Österreich noch viel Luft nach oben hat. Die Vorteile, z. B. Lieferkosten zu sparen, scheinen für viele nicht groß genug zu sein, um Click & Collect zu nutzen. Außerdem scheint es so, als würde die Lieferung nach Hause doch besser funktionieren, als die häufig gehörten Klagen vermuten lassen.“

Konsumenten, die sich für Click & Collect interessieren, ist es wichtig, dass eine Filiale des Online-Shops in ihrer Nähe ist (78 %), es eine Rückgabemöglichkeit (59 %) oder eine Umtauschmöglichkeit gibt (45 %) und die Bezahlung in der Filiale möglich ist (33 %).

Eine eher untergeordnete Rolle spielen Kriterien wie die Möglichkeit im stationären Handel beraten zu werden, ein eigener Abholschalter und die Möglichkeit zum Test bzw. Anprobe der Ware.

Die Studie zeigt, dass beim Kauf im Internet noch nicht immer alles reibungslos funktioniert, denn 67 % der Befragten berichten von negativen Erfahrungen. Bei den Beschwerdegründen ganz oben rangieren die verspätete Lieferung der Ware (27 %), die Abweichung von den Erwartungen bzw. der Beschreibung im Online-Shop (22 %) oder das Überhäufen mit Werbung (21 %).

Weitere Problemfelder sind, dass die Ware einfach vor der Haustür/Wohnungstür abgelegt wurde (18 %), persönliche Daten für andere Zwecke verwendet oder an Dritte weitergegeben wurden (16 %) oder das Paket in einem weit entfernten Paketshop hinterlegt wurde (13 %).

Jene Online-Shopper, die den Anbieter zur Problembehebung kontaktiert haben, berichten von einem gut funktionierenden Kundenservice: 63 % beschreiben ihre Erfahrung mit dem Anbieter bei der Lösung des Problems als sehr positiv, weitere 12 % als überwiegend positiv.

Haben Online-Einkäufer die Wahl zwischen zwei Anbietern, dann sind – abgesehen vom Preis (71 %) – die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit eines Online-Shops (52 %) sowie die Erfahrungen mit dem Anbieter (39 %) die entscheidenden Kriterien.

Dies zeigt auch eine aktuelle Studie von Otage Online Consulting aus der hervorgeht, dass 66 % der Konsumenten einem Online-Shop vertrauen, wenn er über ein Gütesiegel verfügt.

Aktuell fördert das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) österreichische Kleinunternehmen bei der Erlangung des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und übernimmt die Nutzgebühr des ersten Jahres im Wert von 500 Euro.

Gültig ist dieses Angebot für Online-Shop-Betreiber mit maximal 20 Mitarbeiter, die sich unter http://www.guetezeichen.at/registrieren anmelden und die notwendigen Kriterien für eine Auszeichnung erfüllen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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