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Österreich: Konjunkturerwartung steigt deutlich an

09.02.2017

GfK Konsumklima sieht in Sachen wirtschaftlichem Aufschwung einen Silberstreifen am Horizont. Die Konsumausgaben sollen aber leicht zurückgehen.

Der wirtschaftliche Aufschwung in Österreich rückt näher: die Erwartung wachsender Wirtschaftsleistung hat den höchsten Wert seit 2013 erreicht, das Konsumklima Europa steigt auf den höchsten Wert seit neun Jahren. Das ist eines der Ergebnisse der Studie GfK Konsumklima, die das Meinungsforschungsinstitut in ganz Europa quartalsweise durchführt. Österreich geht laut der Studie die Hoffnung auf steigende Einkommen etwas zurück, die bisher sehr hohe Anschaffungsneigung stagniert ebenso – beide Indikatoren bleiben aber deutlich positiv.

Optimismus wächst

Der Optimismus ist im vierten Quartal 2016 nach Österreich zurückgekehrt: Die Erwartung wachsender Konjunktur erreichte im Dezember 2016 den höchsten Wert seit November 2013. Die Konjunkturerwartung der österreichischen Verbraucher stieg im GfK Konsumklima um 19,2 Punkte auf 12,0 Zähler und notierte somit zum ersten Mal seit Januar 2014 wieder im positiven Bereich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt legte der Indikator sogar um 31 Punkte zu. „Nach länger anhaltender Skepsis gegenüber den wirtschaftlichen Potenzialen kehrt Zuversicht in Österreich ein“, so Paul Unterhuber von GfK Österreich. „Die Österreicherinnen und Österreicher haben zunehmend Vertrauen in den Standort Österreich. Von der Politik erwarten sie sich in 2017 offenbar Stabilität und günstige Rahmenbedingungen für einen spürbaren Wachstumsimpuls der Wirtschaft“.

Anschaffungsneigung und Einkommenserwartung gehen leicht zurück

Dieser Aufschwung der Konjunkturerwartung hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Einkommenserwartung. Dieser Indikator erreichte im März 2016 seinen höchsten Wert (36,5 Punkte) seit Beginn der Erhebungen 1995. Seitdem verlor die Einkommenserwartung in Wellen, insgesamt aber kontinuierlich. Im Dezember lag sie mit 19 Zählern 5,4 Punkte niedriger als noch im September. Auch die Anschaffungsneigung der österreichischen Verbraucher sank im vierten Quartal. Der Indikator verlor im Vergleich zu September 5,3 Punkte und notierte bei 12,6 Zählern. Der Aufwärtstrend der ersten vier Monate 2016 hielt somit nicht an. Vielmehr sank der Indikator ab Mai (27,6 Zähler) wieder kontinuierlich ab

Konjunkturerwartung europaweit gestiegen

Die Stimmung der europäischen Verbraucher hat sich im vierten Quartal 2016 insgesamt sehr positiv entwickelt. Das Konsumklima für die EU 28 stieg um 5,6 Punkte auf 17,9 Zähler im Dezember. Das ist der höchste Wert seit Januar 2008. Die europaweit beherrschenden Themen im vierten Quartal waren der Krieg in Syrien und der Terror in Europa, die Präsidentschaftswahl in den USA Ende November sowie das weitere Erstarken nationalistischer Parteien und Tendenzen in fast allen europäischen Ländern. Ganz offensichtlich haben sich die Verbraucher jedoch nicht von der negativen Nachrichtenlage anstecken lassen. Es scheint, dass die europäische Bevölkerung zunehmend genau selektiert, welche Themen tatsächlich Einfluss auf ihr tägliches Leben haben. Insofern konnten sich die einzelnen Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung weitgehend unbeeindruckt vom Krieg in Syrien, der Entwicklung in der Türkei, den Präsidentschaftswahlen in den USA sowie dem weiter bestehenden Terror in Europa entwickeln. Relevant war vielmehr die Entwicklung wirtschaftlicher Daten in den einzelnen Ländern. So stieg das GfK Konsumklima für die EU 28 seit September um 5,6 Punkte auf 17,9 Zähler im Dezember.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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