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Österreich ist unterm Durchschnitt. Und das ist gut so: Insolvenzstatistik 2009

04.02.2010

Die Zahl der Insolvenzen nahm 2009 drastisch zu, weiß Creditreform. In den EU-15 Staaten plus Norwegen und der Schweiz wurden 22 Prozent mehr als 2008 registriert - insgesamt 185.000 Insolvenzen, in Mittel- und Osteuropa gab es gar 44 Prozent Steigerung.

51.000 osteuropäische Unternehmen mussten 2009 Insolvenz anmelden. Der stärkste Anstieg in der EU war in Spanien und Irland zu verzeichnen. Die insolventen Unternehmen in Spanien haben sich binnen des Vorjahres auf 4.900 Fälle nahezu verdoppelt. Auch die irischen Unternehmen wurden hart getroffen: mit einem Plus von 81,1 Prozent mussten 1.400 Firmeninhaber Insolvenz anmelden. Die Niederlande und Dänemark lagen beide ebenfalls über der 50 Prozent-Marke.

Unter der durchschnittlichen Zuwachsrate bei der Insolvenzentwicklung blieb Österreich mit einem Plus von 8,5 Prozent und 7.050 Fällen, Belgien mit einem Plus von 11,3 Prozent, Frankreich mit plus 12,2 Prozent aber auch Deutschland mit einer Steigerung von 16 Prozent. Großbritannien zählt mit 20.300 Firmenzusammenbrüchen neben Frankreich und Deutschland zu den drei europäischen Staaten mit der höchsten absoluten Zahl an Unternehmensinsolvenzen.

Deutlich mehr Insolvenzen gab es in der Industrie, hier traten 20.800 Betriebe den Gang zum Insolvenzgericht an, betroffen davon waren 1,7 Mio. Arbeitsplätze. Damit war ein Neuntel aller Insolvenzfälle auf Seiten der Industrie, im Vorjahr betraf nur jede zehnte Pleite in Europa das verarbeitende Gewerbe. Auch am Dienstleistungssektor gab es eine Zunahme an Insolvenzen, etwa 70.000 Zusammenbrüche betraf Dienstleister, das sind 37,7 Prozent aller Insolvenzen. Im Jahr davor waren es nur 36,5 Prozent der Gesamt-Inoslvenzen.

Beruhigt hat sich hingegen der Bausektor und der Handelssektor. Nur noch 30,2 Prozent aller Verfahren betrafen eine Handelsfirma. ImVorjahr lag dieser Anteil noch bei 32,4 Prozent. Allerdings stieg hier die absolute Zahl der insolventen Betriebe von 49.200 auf 56.000 Fälle.
Spürbare Zuwächse gab es auch bei den Privatinsolvenzen. Mit insgesamt 361.000 zahlungsunfähigen Verbrauchern wurden europaweit 12,4 Prozent mehr Fälle registriert als im Vorjahr.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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