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Anschaffungsneigung in Österreich

Österreich bleibt pessimistisch: kaum Konjunkturerwartung

09.02.2016

Wie die Ergebnisse des GfK Konsumklima für das vierte Quartal ergaben brachte auch das turbulente Jahr 2015 keine Verbesserung der Konjunkturstimmung in Österreich. Trotz verbesserter wirtschaftlicher Daten in Europa und niedriger Energiekosten sorgen wohl die steigende Arbeitslosigkeit im Inland, sowie die Anschläge in Paris und die Folgen der Flüchtlingskrise für negative Stimmung.

So bleiben die Österreicher skeptisch was eine Aussicht auf konjunkturelle Verbesserung im Inland betrifft. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hält man hier eine Verbesserung der Wirtschaftsdaten derzeit nicht wahrscheinlich. So stieg die Konjunkturerwartung in Österreich von September zu Dezember nur um 2,8 Punkte auf aktuell 17,0 Zähler. „Die Österreicherinnen und Österreicher bleiben verhalten und trauen der eigenen Wirtschaftsleistung nicht. Vom Optimismus der Nachbarländer Deutschland, Tschechien und Slowakei oder vieler Staaten Südeuropas lassen sie sich nicht anstecken“, so Paul Unterhuber von GfK Austria.

Niedrige Energiepreise und sinkende Arbeitslosigkeit

Während die Stimmung zunächst vom anhaltenden Flüchtlingsstrom beherrscht war gewannen zum Jahresende hin die positiven Rahmendaten an Bedeutung. In nahezu allen Ländern stieg die Wirtschaftsleistung deutlich. Grund dafür waren die niedrigen Rohöl- und Energiepreise sowie die kaum vorhandene Inflation. So blieb den Verbrauchern mehr Geld über. Auch die Arbeitslosigkeit sank in einem Großteil der Länder deutlich innerhalb des letzten Jahres, Ausnahme bleibt hier unter anderem Österreich.

In den betroffenen Ländern lässt sich eine steigende Konjunktur- und Einkommenserwartung zeigen. In den ehemaligen Krisenstaaten wie Griechenland, Spanien und Portugal reicht diese jedoch nicht aus, um die Kauflaune in Schwung zu bringen. Hier reicht das zur Verfügung stehende Geld nach wie vor kaum aus, um den täglichen Bedarf zu decken.  

Einkommenserwartung in Österreich sinkt

Im September lag die Einkommenserwartung mit 31,1 Punkten auf dem höchsten Wert seit Oktober 1999. Dieser Aufwärtstrend nahm im vierten Quartal allerdings Abbruch und der Indikator sank um 9,4 Punkte auf 21,7 Zähler. Gleichzeitig stieg laut Europäischer Kommission die Arbeitslosenquote ebenfalls leicht an, wodurch sie im November wieder 5,8 Prozent betrug.

Mit dieser pessimistischen Einkommenserwartung scheinen auch immer weniger Österreicher Lust dazu zu haben hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu konsumieren. So fiel die Anschaffungsneigung seit September um 10,8 Punkte und lag zum Ende des vierten Quartals mit 0,3 Zählern nur knapp über dem langjährigen Durchschnittswert von 0. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 15,5 Punkten. Im Vergleich mit dem Jahreshöchststand im März beträgt das Minus sogar 24,2 Punkte. „Die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung waren im vierten Quartal zwar trotz Verlusten noch im positiven Bereich, die Österreicher nutzten also insbesondere das Weihnachtsgeschäft. Offen ist, wie bei der pessimistischen Grundtendenz in Hinblick auf die Konjunktur die weitere Entwicklung ab 2016 aussehen wird“, so Paul Unterhuber abschließend.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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