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Helmut Pöllinger, Geschäftsführer Brainloop Austria: „Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen sehr schön, dass digitale Kompetenz nicht an die IT-Abteilung delegiert werden kann. Vielmehr ist Digitalisierung eine strategische Managementaufgabe.“

Österreich: Aufholbedarf bei digitaler Kompetenz

03.07.2017

Laut einer Studie von Brainloop und Board Search unter österreichischen Führungskräften sehen 56 Prozent aller Befragten Cyber Security als wichtige Herausforderung für die heimische Wirtschaft.

Aus der Sicht von Österreichs Top-Managern, Aufsichtsräten, Beiräten, Stiftungsvorständen und Kuratoriumsmitgliedern herrscht im Bereich digitale Kompetenz in heimischen Unternehmen noch eine Menge Aufholbedarf: Ein Viertel der im Rahmen der Studie IT-Security und digitale Kompetenz an der Unternehmensspitze von Brainloop und Board Search Befragten, würde Österreichs Betrieben im Fach Digitale Kompetenz gerade mal 30 bis 39 von 100 Punkten geben.

Nur 1 Prozent der rund 200 Befragten der Studie, die von TQS Research & Consulting im Frühjahr 2017 durchgeführt wurde, ist der Ansicht, dass man heimischen Unternehmen in Sachen digitale Kompetenz Bestnoten verleihen müsste.

Auf die Frage, ob sie die fortschreitende Digitalisierung als Chance oder Bedrohung sehen, antworten nur 4 % der Befragten mit „Bedrohung“, 86 % erachten die Digitalisierung hingegen als Chance.

Sehr kritisch sind Top-Manager und Aufsichtsräte hinsichtlich der digitalen Kompetenz unter ihresgleichen: Sie glauben, dass die digitale Kompetenz bei Aufsichtsräten in der heimischen Wirtschaft tendenziell sehr gering (25 %) bzw. gering (51 %) ausgeprägt ist.

Deutlich mehr mit der Digitalisierung können aus Sicht der Befragten Unternehmenseigentümer (25 % hohe/sehr hohe Kompetenz), Top-Management (54 % hohe/sehr hohe Kompetenz) bzw. Marketing und Vertrieb (67 % hohe/sehr hohe Kompetenz) anfangen.

Interessant ist, dass lediglich 64 % der Befragten glauben, dass ihr Unternehmen in den kommenden fünf Jahren die Transformation zu einem digitalen Unternehmen vollziehen wird. Für 70 % der Befragten gibt es aber aktuell keine Gründe, nicht in die Digitalisierung des eigenen Geschäfts zu investieren.

Bei jenen 16 % der Befragten, die in unmittelbarer Zukunft unternehmensintern keine Ressourcen in die Digitalisierung investieren wollen, liegt dies an begrenzten finanziellen Möglichkeiten (37 %), am fehlenden Know-how (37 %), an der Prioritätensetzung des Managements/Aufsichtsrats/Eigentümers (30 %), am Mangel an geeignetem Personal (11 %) und am Nichtvorhandensein von Markt- und Kundenerfordernissen (26 %).

Während 57 % der Befragten die größten Risiken und Herausforderungen für die heimische Wirtschaft aktuell in mangelnder Qualität von Mitarbeitern aller Ebenen orten, sorgen sich 56 % um das Themenfeld Cyber Security generell.

55 % haben disruptive Erscheinungen wie alternative Beschaffungs- und Absatzwege am Radar und 53 % haben Respekt vor der Transformation von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen.

Änderungen im Nachfrage- bzw. Konsumentenverhalten befürchten nur 29 %, und auch regulatorische Änderungen (14 %) treiben den befragten Top-Managern und Aufsichtsräten nur bedingt den Angstschweiß auf die Stirn.

46 %der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen über ein systematisches und strategisches Sicherheitsmanagement im IT-Bereich verfügt. 31 % der Befragten sehen ihr Unternehmen in Sachen Cyber Security und dem Schutz vor Cyber-Attacken zumindest teilweise gut aufgestellt.

Der Aufholbedarf bei organisatorischen Maßnahmen zur Datensicherheit ist laut den Einschätzungen der befragten Top-Manager und Aufsichtsräte zufolge enorm: Lediglich 30 % der heimischen Unternehmen haben aktuell sinnvolle Vorkehrungen zum Schutz ihrer Daten getroffen.

80 % der befragten Top-Manager und Aufsichtsräte haben aktuell vor, sich intensiv mit der ab dem 25. Mai 2018 gültigen EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auseinander zu setzen. Noch sind 59 % der Befragten mit den Details der DSGVO allerdings wenig bis gar nicht vertraut.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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