Direkt zum Inhalt

Nicht immer ist’s Lug und Trug: Media Markts Preisvergleich hinkt zwar ein wenig, stolpert aber nicht

11.01.2013

„Alles getürkt“ und ein „billiger Trick“ sei die aktuelle Werbeaktion des deutschen Media Markts, heißt es seit gestern im deutsch/österreichischen (Online-)Blätterwald. Viel Wirbel um wenige Mausklicks denn völlig korrekt ist dieser Vorwurf nämlich nicht. Das hat – ebenfalls noch gestern - ein Technikblog enthüllt.

Freilich: über den tieferen Sinn bzw. Unsinn der deutschen Media Markt-Aktion „Wir sind billiger“, lässt sich vortrefflich streiten. Bekanntlich hat man sich dazu wieder mal mit der Preisvergleichsplattform idealo.de zusammengetan. Einen solchen Paarlauf gab’s bereits 2011, der damals allerdings wirklich in einem veritablen PR-Debakel mündete. Im Rahmen der aktuellen 2013er-Kampagne kündigt Media Markt nun an, dass Kunden, die dasselbe Produkt bei der Preis-Suchmaschine idealo.de günstiger entdecken, nur den dort genannten niedrigeren Preis zahlen – sowohl in der Filiale, als auch im Online-Shop.

Das hat die deutschen Handelsplattform Computer Reseller News (CRN) auf den Plan gerufen, zu überprüfen, ob die großartigen Werbeversprechungen denn auch eingehalten werden. Das CRN-Ergebnis: die Kampagne sei nichts als Lug und Trug. „Tatsächlich wird hier eher mit billigen Tricks gearbeitet, wie wir recherchiert haben“, heißt es. Die Preisliste, die idealo.de nach einem Klick auf der Media Markt-Webseite auflistet, sei eine andere, als wenn man direkt bei idealo.de nach dem Produkt suche. Dort würde nämlich ein noch billigerer Anbieter aufscheinen. Die Aufregung war damit perfekt, der Skandal geboren.

Während zahlreiche Online-Medien daraufhin einfach die CRN-Meldung übernahmen, machte sich der deutsche Telekom-Blog mobiwatch die Mühe, das Thema nochmals neu aufzurollen – und genauer hinzusehen. Das mobiwatch-Ergebnis: alles OK, kein Schwindel. Das billigere Angebot erscheine zwar wirklich nicht in der Ergebnisliste der Media Markt-Suche, allerdings aus gutem Grund: Media Markt setzt beim Vergleich nämlich den Filter „Produkt sofort lieferbar“ – was aus Kundensicht sicher nicht zu bekritteln ist. Genau das treffe auf das billigere Produkt jedoch nicht zu, weswegen es ausgelistet wird. Sucht man direkt auf idealo.de nach demselben Produkt UND setzt manuell den „Sofort lieferbar“-Filter, scheint es plötzlich auch dort nicht mehr auf.

Viel Aufregung um nichts also, zumal Media Markt auf seiner Webseite gut sichtbar auf die Vergleichsbedingungen („Sofort lieferbar“, „Gesamtpreis inkl. Versand“, …) hinweist. Die (vorläufige) Moral von der Geschichte: nicht überall, wo Media Markt drauf steht, liegt zwangsläufig auch ein Hund begraben...  

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Vorstandschef Berhard Düttmann macht jetzt ernst: der Umbau bei Media-Saturn beginnt.
Branche
05.08.2020

Die Media-Saturn-Mutter plant einen radikalen Kahlschlag. Bis zu 3.500 Jobs könnten wegfallen und Filialen geschlossen werden teilte Ceconomy mit. Davon betroffen wäre vor allem das „europäische ...

Die Filiale in Parndorf soll noch heuer öffnen.
Branche
26.06.2020

Noch in diesem Jahr wird der rote Elektroriese seine Filiale im Parndorfer Shoppingpark PADO eröffnen. Schon jetzt wird online nach Mitarbeitern gesucht.

Media-Saturn-Mutter Ceconomy beantragt Staatshilfe.
Branche
29.03.2020

Media-Markt-Saturn schickt nicht nur ...

Branche
29.11.2019

41 Preisvergleichsdienste werfen Google unfairen Wettbewerb vor. Auch nach der Neuordnung seines Shopping-Services soll sich der Suchmaschinenriese unfaire Vorteile verschaffen.

Thomas Pöcheim verlässt MediaMarktSaturn Österreich.
Branche
01.09.2019

Personell geht’s derzeit rund bei Media-Saturn – und jetzt auch in Österreich. Wie die Elektro-Großfläche mitteilt wird das „Branchen-Urgestein“ Thomas Pöcheim seinen langjährigen Arbeitgeber mit ...

Werbung