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„Nehmen Wohlergehen der Mitarbeiter ernst!“ Amazon reagiert auf Vorwürfe

14.02.2013

Die ARD-Dokumentation zur Situation der Leiharbeiter bei Amazon führte zu einer Empörungswelle. Das Image ist angeschlagen. Jetzt reagiert Amazon, versucht die Wogen zu glätten und den eigenen Ruf zu retten.   

In Sozialen Netzwerken und in Internetforen wird nach der ARD-Dokumentation heftige Kritik an Amazon geübt. Von modernem Sklavenhandel ist die Rede. Amazon sieht Tatsachen verdreht. Mit einer Presseaussendung versucht der Konzern dem „Shitstorm“ entgegenzuwirken und den Ruf des Unternehmens zu retten.

Amazon nehme die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter sehr ernst und überprüfe externe Dienstleister, die die Unterbringung von Saisonkräften aus anderen Regionen verantworten, regelmäßig, heißt es in der Aussendung. Mitarbeiter, die länger als ein Jahr in den Amazon-Logistikzentren in Deutschland arbeiten, würden über 10 Euro brutto pro Stunde verdienen; im ersten Jahr über 9,30 Euro brutto. „Die in dem Beitrag erwähnten Mitarbeiter aus Spanien, die über eine Zeitarbeitsfirma im Logistikzentrum Bad Hersfeld beschäftigt wurden, verdienten bei einer 37,5 Stunden-Woche 1.400 Euro brutto im Monat, in der Nachtschicht bei 32,5 Wochenstunden 1.500 Euro im Monat. Diese Beträge wurden per Vertrag auch dann bezahlt, wenn nicht die volle vertragliche Stundenzahl angefordert wurde“, meint Amazon.

Zudem dulde der Versender keine Diskriminierung oder Einschüchterung. „Auch wenn das Sicherheitsunternehmen nicht von Amazon beauftragt wurde, prüfen wir derzeit selbstverständlich den von den Redakteuren gemachten Vorwurf bezüglich des Verhaltens des Sicherheitspersonals und werden umgehend geeignete Maßnahmen einleiten. Überprüfen wolle man auch das Sicherheitspersonal.“

Derzeit arbeiten 7.700 festangestellte in den deutschen Amazon-Logistikzentren. In der Weihnachtssaison stellt Amazon zusätzliche Mitarbeiter saisonal befristet ein. „Sie können sicher sein, dass wir jedem Vorfall in unseren Logistikzentren und im Umfeld, der uns von Mitarbeitern zur Kenntnis gebracht wird, nachgehen und bei Bedarf umgehend Verbesserungen einleiten", heißt es abschließend in der Aussendung.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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