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Nach zehnjährigem Insolvenz-Hoch sind die Unternehmen derzeit im Wirtschaftshoch

27.06.2007

Kleiner Schönheitsfehler: Die eröffneten Verfahren sind minimal angestiegen - das Minus kommt von den mangels Masse abgewiesenen Konkursen. Aber immerhin: Die bisher längste und tiefste Insolvenzwelle der österreichischen Nachkriegsgeschichte kommt langsam zur Ruhe.

"Durchatmen ist angesagt, aber keine Entwarnung auf der Pleitenfront", meint KSV-Geschäftsführer Johannes Nejedlik Der Grund: "Zu viele Unternehmen mit zu geringem Eigenkapital, hohen Schulden und überfordertem Management." Dennoch ist die Grundstimmung positiv, die Wachstumsraten zeigen einen kleinen Boom an. Anders als in den vergangenen Jahre firmiert die Bauwirtschaft derzeit nicht auf dem ersten Platz. Nicht zuletzt die Freigabe großer Infrastrukturprojekte der öffentlichen Hand hat Wirkung gezeigt.

Weiter am Zunehmen sind die Privatkonkurse: In Österreich gibt es rund 300.000 Personen mit Zahlungsproblemen sowie 120.000 überschuldete und zahlungsunfähige Haushalte. Nejedlik: "Österreich ist ein reiches Land mit einem hohen Lebensstandard, zugleich aber auf dem Weg zu einer Zweiklassen-Gesellschaft."

Zum jüngsten Vorschlag des Sozialministeriums, die Mindestquote im Privatkonkurs abzuschaffen, heißt es von Seiten des KSV: "Eine Senkung oder Abschaffung der Mindestquote ist der gänzlich falsche Weg, da solcherart das Verfahren sein wesentliches Charakteristikum verlieren würde: Wenn jedermann die Restschuldbefreiung erlangen soll, muss sich niemand mehr anstrengen. Die Gläubiger würden de facto kein Geld sehen."

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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