Direkt zum Inhalt

Nach Stagnation: Redcoon schwenkt wieder auf einen Wachstumskurs ein

12.12.2013

Eine recht zufriedene Neun-Monate-Bilanz zieht Metro-Chef Olaf Koch – sowohl was die stationäre Sparte mit Media-Saturn als auch den Online-Bereich mit Redcoon betrifft. Beide konnten nämlich – Redcoon sogar kräftig – zulegen. Plus 40 Prozent hat Metros Online-Händler zu Buche stehen.

Durchgehend positive Nachrichten konnte Koch auch über Media-Saturn veröffentlichen. Der Gesamtumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 0,6 Prozent auf 14,4 Mrd. Euro. Auf dem deutschen Markt konnte der Elektronik-Retailer um 3,1 Prozent auf knapp 6,9 Mrd. Euro wachsen und erzielt damit ein flächenbereinigtes Wachstum von 1,6 Prozent.

 

Zu schaffen macht der Großfläche aber nach wie vor die so genannten „Preisinvestitionen“, also die Senkung des stationären Produktpreises auf das von Online-Handel vorgegebene Preisniveau. So liegt das EBIT bei einem Negativbetrag von 54 Mio. Euro. Man sehe allerdings eine „positive Tendenz“, so der Metro-Chef. Unter anderem habe Media-Saturn nach einem Verlust von 94 Mio. Euro im zweiten Quartal einen Gewinn von 75 Mio. Euro im dritten Quartal erzielt. Grund dafür war eine „größere Effektivität bei der Beschaffung“.

 

Größere Effektivität gab’s offenbar auch bei Redcoon. Nachdem der Online-Händler 2012 bei einem Umsatz von 432 Mio. Euro stagnierte, konnte er in diesem Jahr bislang in einer Größenordnung von fast 40 Prozent zulegen, erklärte Koch. Hochgerechnet bedeutet das einen Umsatz (nach neun Monaten) von rund 400 Mio. Euro. Die halbe Milliarde Umsatz bis Ende des Jahres liegt damit in Reichweite.

 

Konzernweit steigerte Media-Saturn seinen Online-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf 848 Mio. Euro. Man gehe davon aus, 2013 deutlich mehr als eine Mrd. Euro via e-Commerce umzusetzen. Das würde einen Online-Anteil (gemessen am Gesamtumsatz) von 5,9 Prozent bedeuten. „Für 2015 haben wir 10 Prozent ausgerufen. Ich denke, das ist das Minimum", so Koch. Interessant: Die Abholrate (Online bestellen und dann im Markt abholen) liegt mit mehr als 40 Prozent auf außergewöhnlich hohem Niveau.

 

Redcoon als neuer Media Markt?

 

Zur weiteren Strategie meint Koch, dass man Redcoon als „neuen Media Markt“ positionieren möchte – also „größtmögliche Auswahl zu kleinsten Preisen“. Daher werde man die angebotene Produktpalette auf mehr als 150.000 Artikel ausbauen und weiterhin keine stationären Märkte betreiben. Einkauf und Logistik sollen gemeinsam mit Media Markt und Saturn laufen, womit man geringere Kosten erzielen kann, heißt es.

 

Währenddessen sollen die stationären Marken Media Markt und Saturn ein ähnlich großes Sortiment anbieten wie Redcoon und davon bis zu 20.000 Artikel auch in den Märkten vorhalten. An der bisherigen Zwei-Marken-Strategie will man nicht stur festhalten. In Ländern, wo diese nicht funktioniere, würde man eben nur mit einer Marke vertreten sein. Und auch in Sachen Marktgröße werde man sich flexibel zeigen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
03.06.2019

Bei Media Markt Saturn hat man nun offenbar wichtige Streitpunkte aus dem Weg geräumt. Auch Minderheitsaktionär Convergenta stellt künftig einen Geschäftsführer.

Branche
22.05.2019

MediaSaturn-Mutter Ceconomy kann trotz aller widrigen Umstände im zweiten Quartal einen knappen Gewinn von 14 Mio. Euro erwirtschaften. Die Umsätze präsentierten sich aber rückläufig.

Branche
26.02.2019

Im Berufungsprozess um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe, die Media Saturn von einem seiner ehemaligen Top-Manager fordert, ist der Elektroriese heute abgeblitzt. Dem Ex-Media Markt- ...

Branche
23.01.2019

Bei der MediaSaturn-Mutter Ceconomy sorgt jetzt ein Großaktionär mit seinem Anforderungsprofil für einen neuen Chef für gehörigen Ärger.

Werbung