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Mobilfunker-Branche kriselt: Ergebniseinbruch bei Telekom und T-Mobile

08.05.2014

Die Telekom Austria und ihr Verfolger T-Mobile Austria sind in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres durch ein Tal der Tränen gegangen. Beide mussten bei rückläufigen Umsätzen einen Ergebniseinbruch hinnehmen, die Schuldigen dafür sehen sie in den Regulierungsbehörden in Wien und Brüssel. Dabei sind laut RTR die Tarife zuletzt kräftig gestiegen - was die Netzbetreiber relativieren.

Bei den Kosten für SMS haben sich die Kunden ohnehin schon zu einem großen Teil Alternativen wie Whats App gesucht - nach einem schier unaufhaltbar scheinenden Höhenflug ist mittlerweile die Zahl der SMS stark rückläufig. Dagegen boomt weiterhin die mobile Datennutzung. In Bares können die Netzbetreiber dies aber nicht umsetzen, wie die stagnierenden bis leicht sinkenden Durchschnittsumsätze der Kunden zeigen. Bei der Telekom belief sich dieser zu Jahresbeginn auf 15,20 Euro, bei T-Mobile lag er bei 14 Euro. Zum Vergleich: 2010 nahmen die Netzbetreiber im Monat noch gut 20 Euro pro Kunde ein.

 

Rückgang bei Telekom Austria

 

Für die Telekom Austria, die gerade vor der Übernahme durch die mexikanische America Movil steht, brachten die ersten drei Monate 2014 eine Rückgang des Jahresüberschusses von 26,5 Prozent auf 40,8 Mio. Euro. Bei stark rückläufigen Investitionen (minus 33,3 Prozent auf 99,4 Mio. Euro) ging in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres das Betriebsergebnis (Ebit) um 17,4 Prozent auf 97,4 Mio. Euro zurück, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete ein Minus von 5 Prozent auf 319,9 Mio. Euro.

 

Der für das teilstaatliche börsenotierte Unternehmen besonders wichtige Cash Flow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sackte um 22,4 Prozent auf 148,9 Mio. Euro ab. Der scheidende Finanzchef Hans Tschuden kündigte dann auch ein "weiteres Kosteneinsparungsprogramm von rund 100 Millionen Euro" an. Dass der Ergebnisrückgang nicht stärker ausfiel, verdankt der Marktführer unter anderem niedrigen Stützungen für Handys, wie es in einer Aussendung mitteilte. Die Zahl der A1-Kunden ging im 1. Quartal 2014 im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 5,65 Millionen zurück.

 

Auch T-Mobile muss Federn lassen

 

Nicht besser lief es bei der Nummer 2 am Markt, T-Mobile Austria. Der Tochterkonzern der Deutschen Telekom musste einen Ergebniseinbruch (Ebit) von 29,7 Prozent auf 11,6 Mio. Euro verkraften. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab um 20 Prozent auf 44 Mio. Euro nach. Der Umsatz war um 5,4 Prozent rückläufig (192 Mio. Euro). Die Kundenanzahl konnte im ersten Quartal 2014 auf 4,105 Millionen (plus 0,4 Prozent) ausgebaut werden.

 

Die schlechten Zahlen überraschen, da die Branche zuletzt die Preise laut Regulierungsbehörde RTR "deutlich angehoben" hat. "Im Zeitraum von September 2013 bis Dezember 2013 sind die Tarife des High- und Power-Users um 10,0 Prozent bzw. 10,7 Prozent gestiegen. Bei den Low-User-Tarifen kann eine Preissteigerung von 9,1 Prozent verzeichnet werden. Die Tariferhöhungen beim Medium-User fallen mit 6,6 Prozent am geringsten aus", heißt es dazu im Telekom-Monitor der RTR. Das will T-Mobile so nicht gelten lassen. Schließlich würden die rückläufigen bis stagnierenden Durchschnittsumsätze pro Kunden ein anderes Bild zeichnen.

 

Die Zahl der aktivierten SIM-Karten war zuletzt bei allen Marktteilnehmern rückläufig. Die Mobilfunkpenetration (Anzahl der aktivierten SIM-Karten dividiert durch die Bevölkerungszahl) hat zu Beginn des heurigen Jahres mit 162 Prozent ihren historischen Höhepunkt erreicht, zuletzt lag sie bei 156 Prozent. Bei den SMS hält die Talfahrt ungebrochen an. Wurden im 1. Quartal 2013 noch 1,68 Milliarden Kurznachrichten verschickt, waren es im 3. Quartal 2013 nur noch 1,35 Milliarden. Das All-Time-High wurde im 4. Quartal 2011 mit über 2 Milliarden SMS erreicht.


Einstieg von MVNOs
 

In der zweiten Jahreshälfte 2014 wird in der Branche mit dem Einstieg von sogenannten "virtuellen" Netzbetreibern ("MVNO") gerechnet. Sie nutzen die Netz-Infrastruktur bestehender Betreiber, arbeiten aber auf eigene Rechnung. Das internationale Beratungsunternehmen Arthur D. Little erwartet sich daraus mehr Wettbewerb und somit wieder sinkende Tarife.

Als MVNO scharren bereits die Firma Ventovom des ehemaligen tele.ring- und Orange-Chefs Michael Krammer sowie der Wiener Kabelnetzbetreiber UPC und das Wiener Technologieunternehmen Mass Response in den Startlöchern. Auch der Lebensmitteldiskonter Hofer arbeitet an einem eigenen Produkt, nachdem die Kooperation mit A1/Yesss! beendet wurde. Wann sie starten, wollen sie aber aus Wettbewerbsgründen nicht verraten.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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