Direkt zum Inhalt

Mitterlehners "sadistisches" Ökostromgesetz: heftige Vorwürfe seitens Umweltdachverband und PVA

04.04.2011

Schwerer Lobbying-Vorwurf: PVA und Umweltdachverband üben scharfe Kritik am Ökostromgesetz-Entwurf von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Seine Novelle bringe mehr Rückschritte als Fortschritte. Außerdem sei das "sadistische Gesetz" über "inakzeptablen Lobbyismus" zu Papier gebracht worden.

Es ist nicht immer leicht, Wirtschaftsminister zu sein. Reinhold Mitterlehner weiß davon ein Lied zu singen. Sein Entwurf für das neue Ökostromgesetz wird derzeit heftig kritisiert und verrissen. Kürzlich bezeichnete BIM Josef Witke den Entwurf als "Jobkiller für das Gewerbe". Mitterlehner reagiert prompt auf die scharfen Worte. Wie die Elektroinnung auf Anfrage von Elektrojournal Online bestätigte, wird es wohl ein Treffen zwischen Witke und Mitterlehner geben.

 

Doch nicht nur Witke hält den Entwurf für misslungen. Heftiger Gegenwind kommt auch seitens des Umweltdachverband und der Bundesverband Photovoltaic Austria. "Es ist ein sadistisches Gesetz", poltert Hans Kronberger von der PVA.

 

Sonnenuntergang?

 

Österreich schaffe jährlich durch den Klima- und Energiefonds (30 MWp) und durch das Ökostromgesetz (derzeit 7 MWp, danach ca. 10 MWp) nicht einmal ein Fünfzigstel dessen, was die Bayern im Jahr 2010 geschafft haben (2.400 MWp). Für Photovoltaik wurde auch kein Ausbauziel festgelegt, kritisiert Kronberger. "Dabei wäre die österreichische Photovoltaikwirtschaft in der Lage, bis 2020 acht Prozent des in Österreich benötigten elektrischen Stroms aus Sonnenlicht bereit zu stellen und damit jeden Atomstromimport zu erübrigen."

 

Mit dem vorliegenden Entwurf sei in Österreich die Sonne untergegangen bevor sie aufgegangen ist. Die Anhebung der jährlichen Tarifförderung von 2,1 Mio. auf 3 Mio. Euro sei nur ein nur ein "Tröpfchen" auf dem heißen Stein. „Damit ist eine wirtschaftliche Errichtung für Qualitätsanlagen nicht möglich. In Zukunft soll ein Überstau dadurch vermieden werden, dass nach Entleerung des jährlichen Topfes ein Antragsverbot bestehen soll. Damit wird jede Planung unmöglich", so Kronberger.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

König freut sich über die Kooperation: „Je enger alle Anbieter zusammenrücken und an einem Strang ziehen, desto effektiver werden wir das Thema Photovoltaik in Österreich voranbringen!“
E-Technik
03.03.2019

Der auf Marketing- und Vertriebsunterstützung spezialisierte PV-Distributor Suntastic.Solar und Expert haben eine strategische Zusammenarbeit in Sachen Photovoltaik vereinbart. Ziel ist es, die ...

E-Technik
01.03.2019

Heute startetet die vorerst letzte Runde der Investförderung für Photovoltaik-Kleinanlagen des Klima- und Energiefonds.

Suntastic.Solar-Geschäftsführer Markus König will mit seinem Partner-Netzwerk hoch hinaus und plant für 2019 ein erhebliches Wachstum.
E-Technik
29.01.2019

Am höchsten Punkt Wiens fand der Kickoff-Event des auf Marketing und Vertriebsunterstützung spezialisierten Photovoltaik-Distributors Suntastic.Solar statt. Rund 100 PV-Spezialisten trafen sich im ...

Immitzer: „Der Erfolg des Gesetzes steht und fällt mit der weiteren konkreten Ausformulierung der zu setzenden Maßnahmen.“
E-Technik
10.01.2019

Mit großem Andrang startete gestern die Tarifförderung für PV-Anlagen – ...

Ab 9. Jänner 2019, 17 Uhr, könnten Förderanträge eingereicht werden
E-Technik
09.01.2019

Ab heute (Mittwoch, 9. Jänner) 17 Uhr, können beim Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Anträge für die Photovoltaikförderung abgegeben werden. Acht Mio. Euro stehen dafür zur ...

Werbung