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Millionenstrafe: Heimische Wettbewerbshüter lassen Media/Saturn für Preisabsprachen blechen

16.06.2014

Das österreichische Kartellgericht hat wegen Preisabsprachen im Elektronikhandel Geldbußen von insgesamt 1,63 Mio. Euro gegen drei Unternehmen verhängt. Einen Großteil davon muss die Media-Saturn BeteiligungsgmbH (MSB) schlucken. Ebenfalls zur Kasse gebeten werden Pioneer Deutschland und die SSA Fluidra Österreich GmbH.

Gegen Media/Saturn wird wegen „vertikaler Preisabstimmungen mit Unternehmen der Elektronikindustrie“ zwischen Oktober 2009 und Anfang 2013, die „diverse Elektronikprodukte“ betrafen eine Geldbuße von 1,23 Mio. Euro verhängt. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, gibt’s offenbar nicht mehr: die Entscheidung sei rechtskräftig, heißt es auf der Homepage der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB).

 

Ende Februar 2014 stellten die Kartellwächter Geldbussenanträge gegen fünf Unternehmen - allesamt wegen „kartellrechtswidriger vertikaler Preisbindungen im Zusammenhang mit aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen, welche zum Teil eine Behinderung des Absatzkanales "Online Verkauf" von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik bezwecken oder bewirken“, heißt es auf der Homepage weiter. Dem kartellgerichtlichen Verfahren gingen Hausdurchsuchungen voraus. Media Markt/Saturn wurde ja bekanntlich Anfang 2013 gefilzt.

 

Zum Handkuss kommt auch die Deutschland-Niederlassung von Pioneer Electronics. 350.000 Euro muss man wegen vertikaler Preisabstimmungen im Zusammenhang mit der Behinderung eines Absatzkanals (Online-Verkauf) von Elektronikprodukten, insbesondere Receivern, zwischen 1. Jänner 2010 und 31. Dezember 2012 zahlen.

 

Und last but not least muss die SSA Fluidra Österreich wegen vertikaler Preisabstimmungen mit mehreren Handelsunternehmen betreffend Pool- und Teichreinigungsroboter einschließlich Behinderung eines Absatzkanals (Online-Handel) zwischen April 2011 und Juni 2013 50.000 Euro zahlen.

 

Wehe, wenn sie erst losgelassen …

 

An ihrem Ziel angelangt sind die Kreuzritter im Sinne des Online-Handels aber offenbar noch nicht. „Weitere Unternehmen werden in den nächsten Wochen folgen“, hieß es aus der BWB. Insgesamt will die Wettbewerbsbehörde die Elektronikbranche mit 2,1 Mio. Euro abstrafen. Auslöser der Ermittlungen war übrigens eine Umfrage der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag der Preisvergleichsplattform geizhals.at unter österreichischen Onlinehändlern im Jahr 2011.

 

Media/Saturn will Mitarbeiter besser schulen

 

Nach der Verhängung der Geldbußen hat die Geschäftsführung von Media/Saturn übrigens angekündigt, ihre Mitarbeiter künftig besser zu schulen. Man werde die "Fortbildungsprogramme weiterentwickeln und unsere Prozesse öfter und intensiver monitoren", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Geschäftsführung. Die Geldbuße von 1,23 Mio. Euro wird seitens des Unternehmens bestätigt, gleichzeitig wird aber betont, dass "Media-Saturn als Unternehmensgruppe zu keinem Zeitpunkt Preisabsprachen veranlasst hat".

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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