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Milliarden-Deal: Navi-Software-Anbieter Navteq ist auf Nokias Einkaufsliste

01.10.2007

Navteq ist eines der unangefochtenen Spitzenunternehmen im Segment Electronic Mapping, das mobile Navigation für moderne Mobiltelefone ermöglicht und darüber hinaus unter anderem Applikationen für (Online-)Shopping, Notdienste und Werbung zur Verfügung stellt.

"Dieser Übernahmeschritt Nokias wäre als logisches Vorgehen in eine vom Markt geforderte Richtung zu bewerten. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die softwaregestützte Integration von mobilen Navigationsapplikationen sukzessive in der modernen Gerätewelt Einzug hält und es weltweit nur sehr wenige Anbieter dafür gibt. Insofern ist der hohe Preis eher strategisch - ob er auch gerechtfertigt ist, ist eine andere Frage", meint Unicredit-Analyst Roland Pitz.

Dem Bericht zufolge seien beide Unternehmen bereits "seit den vergangenen Wochen in intensiven Gesprächen". Laut informierten Industriekreisen ist jedoch noch alles möglich, wobei ein Scheitern der Verhandlungen in letzter Minute nicht kategorisch ausgeschlossen werden könne. Zu den Übernahmegerüchten wollten weder Navteq noch Nokia Stellung nehmen.
Hintergrund der vermeintlichen Pläne Nokias sind Bestrebungen des Unternehmens, verstärkt in den Bereich Mobile-Services zu investieren, wo der Konzern bereits Produkte rund um die Marktsegmente Spiele und Musik veröffentlicht hat.

Solche Servicedienste werden bereits seit Jahren sowohl von Mobiltelefonherstellern als auch von Mobilfunkanbietern angeboten und weiterentwickelt, da die Bedeutung von Mobile Internet und mobilen Navigationslösungen auch 2008 weiter zunehmen soll. Vor diesem Hintergrund baute Nokia-CEO Olli-Pekka Kallasvuo den mittlerweile rund 149 Mrd. Dollar schweren Konzern parallel zum erfolgreichen Mobilfunkgeräte-Segment zielstrebig in seiner Software- und Service-Sparte aus. Auch die zunehmende Massentauglichkeit der Applikationen dürfte Nokia bei seinen künftigen Entschlüssen leiten, so Pitz.

Obwohl Nokia bis dato den Unternehmenserlös primär mit dem Verkauf von Mobiltelefonen erwirtschaftete - weltweit stammt jedes dritte Gerät von Nokia -, nimmt die asiatische (Billig-)Konkurrenz zu und erschwert das Geschäft.
Nicht unbeeindruckt von den aktuell kursierenden Navteq-Übernahmegerüchten zeigten sich die Aktienmärkte. Am Freitagnachmittag kletterte die Navteq-Aktie um 75 Cent auf 77,97 Dollar. Pitz: "Indem Nokia sein Produktportfolio im Segment der mobilen Navigation ausbaut, schärft dies sein Profil und führt somit zur gewünschten Marktabgrenzung." (pte)

Übrigens: Erst kürzlich hat Navi-Anbieter TomTom ein Angebot für Navteq-Konkurrenten Teleatlas unterbreitet. Eine Genehmigung der Kartellbehörden steht hier derzeit noch aus, sie wird bis Ende des Jahres erwartet.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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