Direkt zum Inhalt

Metro-Chef will Media-Saturn nicht verkaufen

10.07.2014

Im Grunde war es klar, dass es nicht stimmt. Trotzdem wurde das Gerücht medial verbreitet, Metro wolle sich von Media-Saturn trennen. Jetzt stellt Konzernchef Olaf Koch klar: "Ich bin der Meinung, dass Media-Saturn großes Steigerungspotenzial hat. Wir alle im Vorstand sind der Meinung, wir sollten uns nicht davon trennen."

Im Machtkampf mit Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals hält Metro an Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn weiter fest. sagte Konzernchef Olaf Koch auf einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.

 

Koch würde etwaige Angebot von Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals prüfen. "Aber ich bin Vorstand und nicht Eigentümer der Metro. Das heißt, wenn es einen konkreten Vorschlag gäbe, dann müsste ich mir den gründlich anschauen. Das ist meine Pflicht." Auch Metro-Vorstand Pieter Haas hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, Metro müsse ein "gutes Angebot" Kellerhals' aus Gründen der Sorgfaltspflicht prüfen - bisher liege ein solches aber nicht vor.

 

In Branchenkreisen wird nicht damit gerechnet, dass der Media-Saturn-Gründer Kellerhals tatsächlich ein konkretes Kaufangebot auf den Tisch legt. Auch ist es fraglich, ob Metro nach dem jahrelangen Streit und den gegenseitigen Untergriffigkeit Media-Saturn aufgeben würde. Auch die Idee, das Unternehmen aufzuteilen, ist eher unwahrscheinlich. "Man kann das Unternehmen nicht einfach abspalten und ohne die entsprechenden Voraussetzungen in andere Hände abgeben. Das wäre strategisch und auch aus Haftungs- und Verantwortungsgründen falsch."

 

Auch eine Personalie sorgt für Zündstoff: Kellerhals drängt auf eine Abberufung von Haas, den der Handelsriese im Mai als stellvertretenden Vorsitzenden in den Media-Saturn-Vorstand entsandt hatte. Zuvor hatte Media-Saturn-Chef Horst Norberg entnervt das Handtuch geworfen. Kellerhals versucht Haas nun mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Ingolstadt aus dem Amt bei Media-Saturn zu drängen. Für den 22. Juli ist eine mündliche Anhörung angesetzt. Koch räumt Kellerhals kaum Chancen ein. "Wir sehen die Aussichten, Herrn Haas aus seinem Amt zu klagen, als gering an."

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
27.06.2014

Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Mann einem Ball hinterherlaufen, und am Ende gewinnen immer die Deutschen. Auf den Elektrohandel lässt sich Gary Linekers Weisheit zwar nicht wirklich umlegen, ...

Branche
20.06.2014

Im Kapfenberger Einkaufszentrum ECE hat ElectronicShop24 eine neue Heimat gefunden. Zur Neu-Eröffnung konnte der Elektrofachhändler aus der EP:-Verbundgruppe auf umfangreiche Unterstützung der ...

Branche
10.06.2014

Die Gesellschafter von Conrad Electronic und Hannes Kofler, bislang Geschäftsführer für den Bereich International, haben sich zur Beendigung der Zusammenarbeit entschlossen. Die Trennung sei ...

Branche
05.06.2014

KMU Forschung Austria hat nach 2007 und 2011 neuerlich eine umfassende Analyse des heimischen Internet-Einzelhandels durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierte jetzt Handelsobfrau Bettina ...

Branche
03.06.2014

In tiefer Sorge sei er darüber, wie Olaf Koch Media-Saturn verwaltet. Das schreibt Erich Kellerhals auf seiner Homepage. Von unternehmerischer Führung könne keine Rede sein. In der Presse lanciere ...

Werbung