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Mehr Anreize für Gebäudesanierungen sollen zum Klimaschutz beitragen

02.08.2019

Das Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels und der Fachverband der Elektro- und Elektroindustrie (FEEI) haben ein Positionspapier erarbeitet, das Vorschläge zur Verbesserung des Energieeffizienzgesetzes enthält. Durch Gebäudesanierung könnten mehrere Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.

Die Sanierungsrate muss steigen, und zwar von 0,8 Prozent auf zwei Prozent jährlich, sind sich Bundesinnungsmeister Andreas Wirth, Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, Manfred Müller, Vize-Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) und Robert Pfarrwaller, Vorsitzender des Elektrohandels-Bundesgremiums der WKÖ, einig. Gelingen soll dies durch Anreize für Gebäudeinvestitionen, wie zum Beispiel neuer Abschreibungsmöglichkeiten von Steuern. Wer nachweisen kann, dass gewisse Sanierungsmaßnahmen CO2 einsparen, soll dementsprechend steuerliche Vorzüge genießen. „Wir schlagen in unserem Modell die Einführung eines Abschreibungsmodells vor, das die steuerliche Entlastung für Gebäude-Investitionen mit nachweislichen Energie- und CO2-Einsparungen vorsieht. Die Höhe der Entlastung richtet sich nach der Höhe der belegbaren Einsparungen", erläuterte Pfarrwaller.

Die Analysen und Nachweise sind durch Marktteilnehmer erstellbar, die bereits heute zur Ausstellung von Gebäude-Energieausweisen berechtigt sind. Um Planungssicherheit zu geben und um einen messbaren Impuls zu entfalten, muss diese Maßnahme für mindestens eine Legislaturperiode umgesetzt werden. Pfarrwaller dazu: „Auch der Entfall der Eigenstromsteuer ist zu diskutieren. Durch sie wird die Stromproduktion für den Eigenbedarf der Gewerbebetriebe derzeit verhindert.“ Mit Hilfe dieser finanziellen Anreize soll die Anhebung der derzeitigen Renovierungsrate von unter 1 Prozent auf die in der #mission2030 geforderten zwei Prozent bis 2030 gelingen.

Zentrale Fragen

„Klimaschutz scheitert heute an den zögerlichen Investitionen und der noch viel zu niedrigen Renovierungsrate“, stellte Pfarrwaller des weiteren fest. „Die zentralen Fragen sind: Wie können wir CO2-neutralen Strom erzeugen, speichern und dessen Verwendung in Gebäuden erhöhen, und wie können wir mit Hilfe der Digitalisierung und Automatisierung sowohl die Energieeffizienz als auch den Komfort weiter erhöhen? Dazu sind bereits viele Technologien verfügbar und die ersten Best Practice-Beispiele zeigen das große Potenzial energieeffizienter Gebäudesanierungen auf. Das Wissen rund um diese neuen Technologien ist aber noch nicht ausreichend vorhanden.“ Die Umsetzung und Beratung dieses Ziels erfordere die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

BIM Andreas Wirth weist auf den Umstand hin, dass bei elektrotechnischen Sanierungen die Elektrotechniker vor Ort ein umfangreiches Lösungs-Know-how anbieten und eine kompetente Umsetzung gewährleisten, die für die Objektsicherheit und die der Nutzer entscheidend ist. Wirth plädiert weiters für eine technologieneutrale und ganzheitliche Sichtweise: „Punktuelle Maßnahmen bringen nichts, da auf jedes Gebäude individuell eingegangen werden muss. Ziel in der Beratung des gewerblichen Kunden und der Endkonsumenten ist es, die geeignetsten Effizienz-Maßnahmen mit dem höchsten Einsparpotenzial zu ergreifen.“ Von der Entwicklung einer intelligenten Energie-Infrastruktur profitiere, so Wirth, auch die regionale Wertschöpfung und die heimische Innovationskraft werde gestärkt. Gesamtheitlich entwickelte Energiekonzepte unterstützen zudem Regionen und Gemeinden, um die negativen Folgen des Klimawandels zu bewältigen und machen sie nachhaltig fit für die digitale Zukunft.

Österreich brauche nun einen massiven Investitionsschub, darüber sind sich die drei Experten einig. „Ohne Investitionen in klimaschonende Technologien wird Österreich die Klimaziele verfehlen. Die energieeffizienten Technologien sind bereits am Markt, jetzt geht es darum, dieses Potenzial zu nutzen“, so Manfred Müllner abschließend.

Das Positionspapier steht unter http://bit.do/Energie2019 zum Download zur Verfügung.

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