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Mehr als Hälfte der österreichischen Unternehmen pfeift auf Bilanz-Hinterlegung

07.11.2008

"Gerade in der Wirtschaftskrise ist es notwendig, durch Transparenz das Vertrauen am Markt zu fördern. Eine Möglichkeit, die die Unternehmen verstreichen ließen", so KSV1870-Vorstand Johannes Nejedlik.

Über 60 Prozent der rund 118.000 hinterlegungspflichtigen Unternehmen reichten ihre aktuelle Bilanz für das Geschäftsjahr 2007 nicht ein oder hinterlegten eine veraltete Version. Rund 26 Prozent dieser Verweigerer haben zudem auch ein erhöhtes Ausfallrisiko, gemessen am KSV1870-Rating. Nejedlik: "Zwar hinterlegten heuer bis zum Stichtag geringfügig mehr Unternehmen ein als im Vorjahr, die Lücke im Firmenbuch ist aber enorm.

Zumindest jedes zweite Unternehmen hinterlegt seine aktuellen Bilanzzahlen nicht ordnungsgemäß beim Firmenbuch. Diese ist aber gesetzlich vorgeschrieben. Die Verpflichtung elektronisch und damit einfacher und schneller zu hinterlegen, war leider kein zusätzlicher Ansporn, mehr Unternehmen zur Veröffentlichung im Firmenbuch zu motivieren.

"Höchststrafen zu gering"

Drei Viertel der Kärntner Unternehmen hinterlegen keine Bilanzen. In Wien sind es 70 in Niederösterreich 61,8 Prozent. Tirol (46,0 Prozent) und Oberösterreich (44,3 Prozent) kommen am besten weg. Gemäß KSV1870-Statistik haben 95,9 Prozent der hinterlegungspflichtigen Unternehmen, über die ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, im Firmenbuch die aktuelle Bilanz nicht veröffentlicht. Aus der Insolvenzursachenstatistik des KSV1870 geht hervor, dass das Fehlen einer geordneten Betriebs- und Rechnungsprüfung beziehungsweise mangelnde buchhalterische Sorgfalt eine prominente Ursache für Unternehmenspleiten sind.

"Da die Hinterlegung nach der Erstellung nur mehr einen geringen Aufwand darstellt, ist es gänzlich unverständlich, warum die Bilanzen nicht gleich veröffentlicht werden. Zudem ist die Höchstbemessung von 3.600 Euro bei den theoretisch auszusprechenden Strafen, die von den Gerichten auch stufenweise verhängt werden können, zu gering, um die Bilanzhinterlegungs-Moral zu steigern bzw. ihr den Stellenwert zu verschaffen, der ihr in einer modernen Wirtschaftswelt zukäme", so Nejedlik zur aktuellen Situation.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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Franjo Bobinac
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