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Mediamarkt-Gründer über Metro: „Sie haben uns geistig vergewaltigt“

24.10.2018

Dass die deutsche Bild-Zeitung nicht gerade für noble Zurückhaltung steht, ist hinlänglich bekannt. Ebensolche ließ nun auch Mediamarkt-Mitbegründer Walter Gunz vermissen und ging mit „seinen Nachfolgern“ in einem Bild-Interview hart ins Gericht.

Walter Gunz gilt als Erfinder des „Ich bin doch nicht blöd“-Slogans.
Vor einigen Jahren veröffentlichte Gunz ein Buch mit dem Titel „Ich war doch nicht blöd“.

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: 1979 gründete Gunz, gemeinsam mit Leopold Stiefel, Helga und Erich Kellerhals in München den ersten Mediamarkt – und man veränderte damit nachhaltig die gesamte Elektrobranche. 1999 stieg er allerdings aus dem Geschäft aus und verkaufte 2000 auch seine letzten Mediamarkt-Anteile an die Metro-Guppe. Ein Entschluss, der ihm – trotz eines aktuellen Vermögens von rund 600 Mio. Euro – heute anscheinend schmerzt: „Meine Anteile zu verkaufen und auszusteigen“, das sei ein sehr großer Fehler gewesen, sagt er.

„Sie haben kein Herz“

Damals habe man nämlich gedacht, dass man durch und von Erfahrung der Metro-Gruppe lernen und profitieren könne – das Gegenteil war aber der Fall. „Stattdessen haben sie die Gewinne abgeschöpft und uns geistig vergewaltigt“, klagt er. Und er hat auch eine Erklärung dafür, warum. „Unsere Nachfolger haben leider keinen Sinn, kein Ziel und kein Herz“, so der „Ich bin doch nicht blöd“-Erfinder.

Nachdem auch Leopold Stiefel 2007 seine Anteile an die Metro abtrat, blieb von den Gründern nur noch – der inzwischen allerdings verstorbene – Erich Kellerhals an Bord. Eine Kombination, die alles andere als glücklich war. In vielen Bereichen blockierte man sich nämlich gegenseitig. Um praktisch alleine regieren zu können, hätte Metro mindestens 80 Prozent der Firmenanteile gebraucht, die Familie Kellerhals hielt bzw. hält allerdings 21,62 Prozent.

„Es tut mir weh“

Das allein war aber sicher nicht der Grund, wieso es mit der Elektro-Großfläche seitdem stetig bergab ging. Der Online-Boom wird zuerst verschlafen und mittels Redcoon-Akquisition dann eher schlecht als recht angegangen. Schlussendlich löste sich auch Redcoon in Luft auf und wurde durch eigene Online-Shops ersetzt.

„Wie es Mediamarkt heute wirtschaftlich geht. Das tut mir weh“, so Gunz im Gespräch mit der Bild. Angesichts der beiden Gewinnwarnungen sowie der aktuellen Führungslosigkeit in der Ceconomy-Zentrale dürfte sein Schmerz wohl noch ein wenig anhalten.

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