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Media-Saturn vs. Gewerkschaft: „Taschenkontrollen von Promotoren gesetzeskonform“

08.07.2014

Die Gewerkschaft kritisert, dass Media Markt und Saturn Promotoren Taschenkontrollen unterzieht. Das Management des Elektrohändlers erwidert, dass Taschenkontrollen gesetzeskonform seien. Diese würden nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Person umgesetzt werden, heißt es in einer Stellungnahme.

"Sicherheitsmaßnahmen wie auch einzelne Kontrollen werden punktuell umgesetzt und sind insgesamt auch im Sinne der Mitarbeiter, um mögliche Unregelmäßigkeiten auszuschließen. Diese Maßnahmen können Taschenkontrollen einschließen, die als solche gesetzeskonform sind. Wichtig ist uns zu betonen, dass Taschenkontrollen per Dienstanweisung stets nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Person umgesetzt werden", teilte Media-Saturn mit.

 

Laut der Gewerkschaft GPA-djp wurden zuletzt an mehreren Wiener Standorten betriebsfremde Promotoren Taschenkontrollen und Leibesvisitationen unterzogen. Solche Kontrollen sind per se nicht verboten. Media Markt hat sogar einen Passus im Dienstvertrag, in dem es heißt, dass beim Verlassen des Hauses die Taschen geöffnet vorzuzeigen sind, um Missverständnisse vorzubeugen. Allerdings gibt es zwischen den Promotoren, die für andere Firmen Produktwerbung in den Geschäften machen, und Media Markt und Saturn keine Dienstverträge.

 
Promotoren

Meist handle es sich bei den Promotoren um freie Dienstnehmer von Eventagenturen, sagte GPA-Spitzengewerkschafter Karl Proyer zur APA. Dies sei aber eine illegale Umgehung eines Angestelltenverhältnisses, ist sich der Gewerkschafter sicher. Es könne nicht sein, dass jemand von der Früh bis zum Ladenschluss arbeite und nicht angestellt ist. Proyer schätzt, dass es österreichweit zwischen 2.500 und 5.000 Promotoren gibt, hauptsächlich in Einkaufszentren.

 

Die Geschäftsführung von Media Markt und Saturn betonte, dass Promotoren grundsätzlich für Industriepartner tätig seien und diese unter anderem bei verschiedenen Aktionen an regionalen Media Markt und Saturn Standorten unterstützen würden. "Dazu gibt es Vereinbarungen der Standorte mit den jeweiligen Industriepartnerunternehmen, die selbstverständlich im vollen Umfang die gesetzlichen Rahmenbedingungen abdecken", heißt es von der Elektrohandelskette, die hierzulande 32 MediaMarkt- und 15 Saturn-Filialen betreibt. Österreichweit hat das Unternehmen, das zum deutschen Handelskonzern Metro gehört, laut Eigenangaben rund 3.000 Mitarbeiter.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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