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Media-Saturn: Advent als möglicher Käufer

21.08.2015

Insidern zufolge sucht Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals Verbündete für eine Übernahme des Metro-Mehrheitsanteils an Europas größter Elektronikhandelskette. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen meldeten am Donnerstag, dass Kellerhals den Finanzinvestor Advent ins Spiel gebracht hat. 

Laut Metro-Chef Olaf Koch liegt kein konkretes Überangebot für MSH-Anteil vor

Metro stellte indes klar, dass es keine Verhandlungen über den Anteil gebe. „Auch mit Blick auf die Kapitalmarktrelevanz möchten wir hiermit ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Metro AG weder ein konkretes Übernahmeangebot für ihren MSH-Anteil vorlag oder vorliegt, noch gab oder gibt es konkrete Gespräche zwischen der Metro und angeblich interessierten Investoren“, erklärte Metro-Chef Olaf Koch in einer Mitteilung des Handelskonzerns.

Die „WirtschaftsWoche“ berichtete, Advent sondiere bereits einen Einstieg bei Media-Saturn. Sprecher von Kellerhals‘ Investmentgesellschaft Convergenta und Advent wollten dies nicht kommentieren. In Finanzkreisen hieß es indes, Advent denke derzeit nicht an einen Einstieg. „Das hat keine Grundlage“, sagte einer der Insider. Ein weiterer Insider sagte aber, dass es Kontakte zwischen Advent und Metro gegeben habe. Der Finanzinvestor kennt die Handelsbranche gut, er war unter anderem an der Parfümeriekette Douglas beteiligt.

Schon seit Jahren liefern sich Minderheitseigner Kellerhals und der Handelsriese Metro einen erbitterten Kampf um das Sagen bei Media-Saturn. Gegenseitige Vorwürfe sowie juristische Auseinandersetzungen stehen hierbei an der Tagesordnung. Kellerhals hält als Gründer der Elektrohandelskette zwar nur knapp 22 Prozent an Media-Saturn, hat aber umfassende Veto-Rechte. Diese sind Metro ein Dorn im Auge – der Konzern versucht diese auszuhebeln. Kellerhals wirft Metro deshalb vor ihn enteignen zu wollen.

Insidern zufolge hatte zuletzt Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen vergeblich versucht zwischen den beiden Seiten zu vermitteln. Fitschens Angebot habe die „Enteignung von Rechten“ umfasst, es habe abgelehnt werden müssen, um „eine Mitentscheidung im Unternehmen für Convergenta Invest zu sichern“, schrieb Kellerhals jüngst auf seiner Internetseite. 

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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