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Media Markt legt dem Fachhandel ein (Oster-)Ei: Dienstleistung gibt’s jetzt für „0 Piepen“

17.04.2014

Nachdem man bei den Verkaufspreisen  offenbar nicht mehr mit den Online-Playern mithalten kann, wildern die deutschen Media Märkte jetzt in anderen Revieren. Das Ergebnis: Statt „Angeboten, die die Welt noch nicht gesehen hat“, verspricht die aktuelle Oster-Kampagne „Besten Service für Umsonst“.

Klingt auf den ersten Blick zwar unspektakulär, als Kampfansage an Fachhandel kann man’s aber trotzdem verstehen. Zumal man damit quasi die ureigenste Domäne des Fachhandels ins Visier nimmt. Wird die Kampagne ein Erfolg, kann nämlich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass dieses Angebot Schule macht und weitere Kampagnen folgen werden – vermutlich auch in Österreich. Die unmittelbaren Folgen sind dann nicht schwer auszurechnen: Kunden werden dazu „erzogen“, Dienstleistungen als kostenlose Draufgabe zu sehen. Geiz ist geil, gilt dann eben bald auch für Lieferung, Montage und Inbetriebnahme. Eine Katastrophe für Fachhändler, die genau diese Services als Rettungsanker in Zeiten schwindender Margen sehen.

 

Gegen Fachhandel und Online-Player

 

Aus Sicht von Media Markt ist die Kampagne freilich ein sehr geschickter Schachzug. Zum einen kann es dabei mithelfen, bei den Kunden eine bislang fehlende Service-Kompetenz aufzubauen (sofern die Services auch wirklich das halten, was man verspricht), und zum anderen kann man damit auch die reinen Online-Player ärgern. Diese bieten zwar den „kleinsten Preis“, anschließen und in Betrieb nehmen müssen die Kunden die Geräte allerdings selbst – und oft auch noch extra für die Lieferung zahlen. Der angebotene „kleinste Preis“ relativiert sich damit recht schnell.

 

Auf der Strecke bleibt bei dieser Konstellation eigentlich nur einer, der Fachhandel. Dieser wird damit seiner Chance beraubt, mit individuellen Dienstleistungsangeboten, zusätzliche Margen zu erwirtschaften. Beim „kleinsten Preis“ kann er ohnehin oft nicht mithalten, punkten kann er mit Service. Nicht umsonst versuchen alle Koops auch, so genannte „Dienstleistungspakte“ nach vorne zu bringen. Ist der Kunde dann allerdings nicht mehr bereit, dafür auch ein angemessenes Entgelt zu zahlen, wird’s düster. Zumal der Servicebereich freilich auch Kosten verursacht, sei es nun Arbeitszeit oder Anfahrt.

 

Übrigens: das kostenlose Service-Angebot gilt bei den deutschen Media Märkten für alle TV- und Haushaltsgroßgeräte ab 399 Euro und umfasst Lieferung, Montage, Inbetriebnahme sowie Altgeräte-Entsorgung.   

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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