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Screen Shot vom Logo von Marketagent.com: Die Research Industrie sieht sich mit einem Branchenumbruch konfrontiert und wird gefordert sein, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Marketagent.com: Das sind die Research Trends 2018

24.11.2017

Was die Markt- und Meinungsforschung in den kommenden Jahren bewegen wird.

Thomas Schwabl, Geschäftsführer und Gründer des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com, stellte jetzt die zukünftigen Branchentrends vor.

Artificial Intelligence, Virtual & Augmented Reality, Location Based Research und Implicit Measurement sind nur einige Buzzwords, die unsere Branche in den nächsten Jahren maßgeblich verändern werden. Das sind die 15 Themen, die die Research Industrie in den nächsten Jahren auf Trab halten werden:

#1 Die Digitalisierung schreitet voran

Bedingt durch den Rückgang an Festnetzanschlüssen und der immer weiter wachsenden Internetdurchdringung wird die Online Forschung weiter wachsen. Österreich hinkt dieser Entwicklung hinterher und daher ist das digitale Wachstumspotenzial nach wie vor positiv.

#2 Mobile Research ist längst angekommen

Heute sind Studien mit bis zu 40% Teilnahme über Smartphone und Tablet keine Seltenheit mehr. Diese Entwicklung in Richtung Mobile Research wird noch weiter Fahrt aufnehmen. Responsive Design, also dass sich Inhalte und Darstellungsweisen auf das jeweilige Endgerät anpassen, ist bereits unabdingbare Grundvoraussetzung.

#3 Soziale Netzwerke lösen nicht alle Fragestellungen

In der Praxis etablieren sich Social Media Monitoring als Ergänzung, das meist sehr spezielle Informationsbedürfnis der Auftraggeber kann damit aber oft nicht abgedeckt werden.

#4 Big Data Analytics wird groß

Hier wird die Marktforschung gefordert sein als Datenveredler aufzutreten und aus Rohmaterial Handlungsempfehlungen abzuleiten, also die enormen Datenschätze zu verdichten und zu interpretieren. Was mit Big Data jedoch nicht abgedeckt wird, ist die Frage nach dem „Warum“. Hier kann (nur) qualitative Marktforschung eine Antwort liefern.

#5 Die Erhebung verliert an Bedeutung

Big Data & Co führen nicht zuletzt dazu, dass die primäre Datenerhebung vor der Krise steht und an Bedeutung verliert. Die Folge: Durch den zunehmenden Automatisierungsgrad werden Kosten reduziert und die Geschwindigkeit erhöht. Als weiteres Problem zeichnet sich eine sinkende Teilnahmebereitschaft und ein rückläufiges Engagement der Respondenten ab.

#6 Do it yourself Research boomt

Der Trend zum Selber machen ist längst in der Markt- und Meinungsforschung angekommen. Auch zukünftig werden immer mehr Firmen ihre Marktforschungsprojekte selbst in die Hand nehmen.

#7 Der Kuchen wird kleiner

Die Research-Umsätze werden in Österreich in den nächsten Jahren tendenziell schrumpfen. Sowohl die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene niedrigere Kostenstruktur als auch die zunehmende Internationalisierung und die Automatisierung zeichnen für den Strukturwandel verantwortlich.

#8 Renaissance der qualitativen Marktforschung

Zukünftig wird wieder vermehrt qualitative Marktforschung nachgefragt. Bekräftigt wird dieser Aufwärtstrend vom wiederum sinkenden Anteil quantitativer Marktforschung.

#9 Ein neues Berufsbild wird entstehen

Während die Erhebung in den Hintergrund tritt, nimmt die Bedeutung von Beratung, Consulting und Analyse zu.

#10 Der Preis ist heiß

Insbesondere in der Online-Forschung wird mit harten Bandagen gekämpft. Diese Abwärtsspirale bringt aber durchaus positive Effekte mit sich, die sich in verschiedenen Differenzierungsstrategien äußern. Neue – vorwiegend digitale – Tools und Investitionen in Qualität sind die Folge.

#11 Investment in Qualität steigt

Die Anforderungen an das Panelmanagement, die Stichprobenziehung, das Feldmanagement und das Datencleaning haben massiv zugenommen, was am Ende der Datenqualität zugunsten kommt.

#12 Sinkende Teilnahmebereitschaft

Während telefonische Befragungen unter dem Umstieg vom Festnetz auf das Handy leiden, ist im Falle von Online Befragungen zum einen die gestiegene Sensibilisierung, Daten im Internet bekannt zu geben spürbar. Zum anderen fühlen sich die potenziellen Teilnehmer zunehmend belästigt. Es wird daher die Notwendigkeit entstehen, imagebildende Maßnahmen einzuleiten.

#13 Fragenbögen werden mit Leben befüllt

Survey Entertainment und Gamification sollen dazu beitragen der Teilnahmemüdigkeit entgegenzuwirken und langweiligen Fragebögen den Kampf anzusagen. Durch spielerische Elemente soll der Response erhöht und die Abbruchquote bei komplexeren Studien reduziert werden. Ein Responsive Design, das die Beantwortung eines Fragebogens auf sämtlichen Endgeräten ermöglicht, wird dabei zum Must Have.

#14 Ländergrenzen verschwinden

Nicht zuletzt leistet auch Mobile Research seinen Beitrag, dass Market Research Aktivitäten über Ländergrenzen hinweg zur gängigen Marktpraxis werden. Eine zunehmende Zentralisierung der Market Research-Aktivitäten durch multinationale Konzerne ist die logische Konsequenz.

#15 Neue Tools entstehen im Eiltempo

Durch die laufend weiterentwickelten technischen Möglichkeiten wächst das Instrumentarium und somit auch das Angebot an neuen, innovativen Tools und Methoden rasant. War Eye Tracking vor einigen Jahren noch das Maß aller Dinge, sprechen wir heute von Virtual & Augmented Reality, Implicit Measurement, Artificial Intelligence oder Behavioural und Location Based Research, also der Befragung eines Panelmitglieds aufgrund eines tatsächlichen Verhaltens oder einer örtlichen Position.

Fazit: Einerseits sorgt der wachsende Automatisierungsgrad dafür, dass die primäre Datenerhebung zunehmend an Bedeutung verliert. Daten werden immer günstiger verfügbar sein und Research Umsätze in nächster Konsequenz weiter sinken. Gleichzeitig ertrinken wir geradezu an Information, was den Bedarf an Einsichten und Handlungsempfehlungen ansteigen lässt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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