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Mahü Neu? Händler wollen wieder die alte Mariahilfer Straße

13.02.2014

Die Mehrheit der ansässigen Unternehmer ist gegen die Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße. Zu diesem Schluss kommt eine von der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) in Auftrag gegebene Umfrage. Auffallend kritisch sind dabei der Handel und kleinere Betriebe. Sie sind es auch, die vorrangig Umsatzeinbußen infolge der Fuzo-Probephase beklagen, sagte WKW-Präsidentin Brigitte Jank am Donnerstag.

"Das ist eine Umfrage, die pickt", versicherte Meinungsforscher Peter Hajek, dessen Public Opinion Strategies GmbH die Erhebung für die Kammer durchgeführt hat, in einer Pressekonferenz. Gut 1.000 von insgesamt rund 8.000 Unternehmer im 6. und 7. Bezirk wurden - quer durch alle Sparten - zwischen 13. Jänner und 3. Februar telefonisch befragt, die Schwankungsbreite sei mit plus/minus 2,8 Prozent sehr gering.

 

Die Ergebnisse im Detail: Mehr als zwei Drittel der Wirtschaftstreibenden (70 Prozent) sprechen sich "ganz sicher" oder "eher" gegen die Beibehaltung der jetzigen Verkehrslösung aus. 27 Prozent sind "eher" oder "unbedingt" pro Fußgänger- und Begegnungszone bzw. die neuen Einbahnregelungen. Der Rest macht dazu keine Angaben. Überdurchschnittlich auf der Anti-Fuzo-Seite sind mit je 78 Prozent die Sparten Handel sowie Gewerbe und Handwerk, im Informations- und Consultingbereich gibt es "nur" 52 Prozent Ablehnung.

 

Gefragt wurde auch nach ökonomischen Auswirkungen. Laut Hajek finden sich unter jenen Unternehmern, die von Rückgängen bei Umsatz und Kundenfrequenz berichten, besonders viele Unzufriedene. 31 Prozent klagen über ein Minus in der Kasse - viele davon im Handels-und Tourismusbereich sowie kleinere Betriebe mit höchstens neun Mitarbeitern. Zwölf Prozent freuen sich indes über Zuwächse. Die Mehrheit (36 Prozent) bemerkt allerdings keinerlei Veränderungen und rund ein Fünftel kann oder will dazu keine Angaben machen.

 

„Durchgefallen!“

 

Für Jank sprechen die Zahlen eine klare Sprache: "Das Verkehrskonzept ist durchgefallen." Wobei sie klarstellte: "Ich habe mich nie gegen ein Stück Fußgängerzone ausgesprochen, aber die Verbindung beider Bezirke muss erhalten bleiben", plädierte die Kammerchefin für Querungen. Denn durch die derzeitigen Sackgassen-und Einbahnregelungen würden vor allem Geschäfte in den Mahü-Seitenlagen leiden, da sie mit dem Auto nur noch schwer erreichbar seien und dadurch Kunden frustriert würden. Jank forderte neuerliche Verhandlungen mit der Stadtregierung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein derartiges Votum negiert wird."

 

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) signalisierte postwendend Gesprächsbereitschaft. "Meine Tür ist offen", versicherte sie per Aussendung: "An Querungen soll es meiner Meinung nach nicht scheitern, denn schließlich sind wir als Stadt immer dafür eingetreten, dass es Querungen geben soll. Allein, es fand nicht die Zustimmung eines der beiden Bezirke", richtete sie Jank aus. Es sei aber begrüßenswert, dass die Wirtschaftskammer für eine Fuzo auf der Mahü sei. Unbestritten gebe es nach wie vor Skepsis, zahlreiche Unternehmen seien aber auch sehr froh über die Verkehrsberuhigung, zeigte sich Vassilakou überzeugt. Die "Negativkampagne" der ÖVP schade jedoch dem Wirtschaftsstandort Mariahilfer Straße.

 
Politstreit

Die Wiener FPÖ kritisierte indes die Auszählungsmodalitäten der rot-grünen Bürgerumfrage, die am Montag startet und bis 7. März läuft. Klubchef Johann Gudenus prangerte an, dass die Fragebögen nicht von amtlichen Stimmzählungskommissionen ausgewertet würden, in denen alle Parteien vertreten seien, um Missbrauch zu verhindern. "Die Oppositionsparteien sind nicht eingebunden", so Gudenus.

 

Dem widersprach der Presse- und Informationsdienst der Stadt, der die Durchführung der Befragung verantwortet. "Die Überparteilichkeit ist selbstverständlich gewährleistet", betonte ein Sprecher auf APA-Nachfrage. Denn abgesehen von einem anwesenden Notar würden beide Bezirksvorstehungen alle Fraktionen - also auch die Opposition - einladen, Vertreter zu nominieren, die der Auszählung beiwohnen können.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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