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Mageres Umsatzplus für Media-Saturn / China-Ausstieg jetzt auch offiziell besiegelt

17.01.2013

Zwischen Himmel und Hölle pendelt derzeit die Media-Saturn Holding (MSH) samt Mutter Metro. Während der Konzernweite MSH-Umsatz um 1,8 Prozent auf 21 Mrd. Euro zulegen konnte, leidet man weiterhin unter dem schwachen Westeuropa-Geschäft - und unter dem „Abenteuer China“. Holding-Mutter Metro hat deswegen die Notbremse gezogen und den Ausstieg angekündigt. Ganz so einfach (und vor allem billig) dürfte selbiger allerdings nicht werden.

Im Heimmarkt Deutschland dürfte es ja noch recht gut gelaufen sein, wenn man der Vorabmitteilung zum Geschäftsbericht Glauben schenkt. Demnach soll der Umsatz von Media Markt und Saturn im Weihnachtsgeschäft flächenbereinigt um mehr als drei Prozent gestiegen sein, und auch für das Gesamtjahr wird eine Umsatzsteigerung gemeldet. Konzernweit betrachtet schaut’s allerdings gleich wieder anders aus. Zwar vermeldet man auch hier eine Steigerung von 1,8 Prozent, flächenbereinigt gibt’s aber ein Minus von 1,9 Prozent.  

Für den Rückgang verantwortlich ist vor allem das krisenbedingt schwache Westeuropa-Geschäft, wo die Umsätze unter dem Vorjahresniveau gelegen seien. Besonders deutlich übrigens im Weihnachtsquartal, wo man flächenbereinigt einen Rückgang von 3 Prozent vermeldet. Positiver sei dagegen das Online-Geschäft verlaufen. Die ausgewiesenen 800 Mio. Euro Umsatz bedeuten einen Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl bezieht sich allerdings auf die gesamten Online-Einnahmen der MSH, berücksichtigt also auch die Umsätze von Redcoon. Nachdem der Pure-Player laut „E-Commerce Markt 2011“ bereits 2010 einen Gesamtumsatz von 400 Millionen Euro erwirtschaftete, dürfte der Löwenanteil der 800 Mio. Euro wohl auf Redcoon entfallen.

Außer Spesen nichts gewesen: China-Abschied besiegelt

Als sehr kostspielig könnte sich in den kommenden Monaten das gescheiterte China-Abenteuer erweisen. 100 Läden sollten es mittelfristig werden, sieben sind derzeit in Betrieb. Und selbst für diese finden sich keine Interessenten, weswegen Metro nun zum geordneten Rückzug bläst. Experten schätzen, dass sich dieser mit bis zu 100 Mio. Euro zu Buche schlagen könnte – und vermutlich nicht ganz so problemlos verlaufen wird. So wird unter anderem erklärt, dass nun die weitere Vorgehensweise mit dem Joint Venture Partner für die China-Expansion, dem Auftragsfertiger Foxconn, abgeklärt werden muss.

Noch ein kurzer Blick zur Konzernmutter: die Metro-Gruppe hat - nach eigenen Angaben - im Geschäftsjahr 2012 einen Gesamtumsatz von 66,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Ein Umsatzplus von 0,8 Prozent. Bereinigt um den Verkauf von Makro UK und Saturn Frankreich stieg der Umsatz um 2,3 Prozent. Analysten kritisieren allerdings, dass dem Unternehmen aufgrund rückläufiger Gewinne dem Unternehmen der finanzielle Spielraum für weitere Restrukturierungen und die internationale Expansion fehle. Selbst der vor kurzem bekanntgegebene Verkauf des Osteuropa-Geschäfts der Supermarkttochter Real sei kein Befreiungsschlag. Zumal der Vorstand den Verkaufserlös nicht für operative Verbesserungen nutzen könne, sondern zum Abbau der Schulden einsetzen müsse, um das Bonitätsrating des Konzerns zu verbessern.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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