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Loewe startet Kapital-Restrukturierung und darf jetzt auch auf bayerische Staatshilfe hoffen

09.08.2013

Dem Landtagswahlkampf sei Dank. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) ist die bayrische Staatsregierung nicht bereit, Loewe sterben zu lassen. Eine Firmenpleite dieser Größe passe nicht zum Bild eines wirtschaftlich prosperierenden Bundeslandes mit dem Ziel Vollbeschäftigung, das Vertreter der schwarz-gelben Staatsregierung unter Horst Seehofer (CSU) im Wahlkampf tagtäglich gezeichnet haben. Derweilen ist aber auch Loewe selbst aktiv geworden und hat die Basis für eine Kapitalerhöhung geschaffen.

Firmenpleiten passen so gar nichts ins rosa Bild während eines Wahlkampfs. Und nachdem in wenigen Wochen nicht nur in Österreich, sondern auch in Bayern gewählt wird, könnte dieser Umstand dem Edel-TV-Hersteller gelegen kommen. Bayerns Regierungschef Horst Seehofer soll, so berichtet jedenfalls die SZ, mit einer Rettungsdelegation zum Sitz des Unternehmens ins fränkische Kronach aufbrechen. Seit einiger Zeit ist der Vorstand des Unternehmens mit der Staatskanzlei im Gespräch. Hinter den Kulissen wird längst ausgelotet, wie der Freistaat dem Unternehmen helfen kann. 'Wir bitten noch einmal den Vorstand von Loewe um ein Gespräch', sagte Seehofer der SZ. Es geht um Staatshilfen.

  

Seehofer scheint jedenfalls wild entschlossen, Loewe nicht hängenzulassen. Dass Bayern mit einer Bürgschaft einspringt, schließt er nicht aus. „Das können wir erst dann beurteilen, wenn wir hören, wie die Finanzierungsschwierigkeiten angegangen worden oder bewältigt worden sind.“ Über weitere Details wolle er jetzt aber nicht reden. Ein Problem gibt’s aber, bevor die Staatshilfen fließen können. Seehofer muss dazu auch seinen Koalitionspartner FDP in den Griff bekommen.  

 

Seitens Loewe ist inzwischen schon einiges geschehen. Nicht nur, dass man sich mit dem chinesischen TV-Riesen Hisense auf eine Partnerschaft verständigte, hat man inzwischen auch die kapitaltechnische Restrukturierung in Angriff genommen. Das Grundkapital der Loewe AG wurde in vereinfachter Form im Verhältnis 4:1 herabgesetzt. Es wird dadurch von rund 13 Mio. auf etwa 3,25 Mio. Euro vermindert. Die entsprechende Eintragung hat das zuständige Registergericht am Amtsgericht Coburg am 7. August vorgenommen. Laut Loewe Finanz-Chef Rolf Rickmeyer sei damit nun die Basis für eine anschließende Kapitalerhöhung geschaffen, bei der rund 6,5 Mio. neue Loewe-Aktien für bestehende Aktionäre und neue Investoren ausgegeben werden sollen. Auf diesem Wege - so hofft der Konzern - soll das dringend benötigte Kapital in die Kassen gespült werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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