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Loewe rutscht in die roten Zahlen: Chef Löhrer übernimmt Verantwortung und geht

29.07.2010

Chefwechsel bei Loewe. Nachdem der deutsche Premium-Hersteller das zweite Quartal hat mit Verlust abschließt, zieht Vorstandschef Frieder C. Löhrer personelle Konsequenzen und räumt seinen Stuhl. Wie Loewe mitteilte, ist auch im Gesamtjahr 2010 mit steigenden Umsätzen aber roten Zahlen zu rechnen – das erste negative Ergebnis seit 2004.

Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern hat das Kronacher Unternehmen bereits ein Restrukturierungsprogramm beschlossen. Unter anderem gebe es einen Einstellungsstopp, ein Stellenabbau sei derzeit aber nicht geplant.

 

Beschaffungskosten drücken aufs Ergebnis

Der Umsatz des Konzerns lag im zweiten Quartal 2010 mit 74 Mio. Euro sogar um vier Prozent über dem Wert des Vorjahres (71 Mio. Euro). Auch übers Halbjahr gerechnet konnte der Umsatz moderat (+3%) moderat zulegen. Trotzdem wurde ein Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) über 4,9 Mio. Euro (Halbjahr: -4,1 Mio. Euro nach 1,4 Mio. Euro im Vorjahreshalbjahr) erzielt.

 

Gründw für das schwache Ergebnis seien laut Loewe Preissenkungen im TV-Einstiegsbereich und – vor allem - höhere Beschaffungskosten. Besonders LCD-Panels, die nach wie vor in Dollar gehandelt werden, hätten sich durch den sinkenden Euro massiv verteuert. Zudem gab es Zuliefererproblemen, so dass Fernsehgeräte zu spät zur Fußball-WM zur Verfügung standen. Generell sei das Geschäft rund um die Fußball-Weltmeisterschaft für Loewe auch hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

 

Löhrer übernimmt Verantwortung

 

Der 54-jährige Vorstandschef Frieder C. Löhrer habe daraufhin, so Loewe, die persönliche Verantwortung übernommen und den Aufsichtsrat gebeten, seinen Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Oliver Seidl, der kommissarisch auch die Bereiche Marketing und Vertrieb übernimmt und das Restrukturierungsprogramm leiten wird.

 

Ein Teil dieses Programms wird eine Einkaufsoffensive sein, um kurzfristige Ergebnisverbesserungen durch Überprüfung der Einkaufskonditionen zu erzielen. Mittel- und langfristig wird Loewe durch die verstärkte Bündelung von Volumen auf Schlüssellieferanten, die systematische Nutzung von Plattformkonzepten sowie die verbesserte Ausnutzung von Potenzialen in asiatischen Beschaffungsmärkten die Materialkosten auf der Beschaffungsseite nachhaltig senken. Alle Investitionen, die nicht produkt-, distributions- oder markenrelevant sind, werden ebenfalls auf den Prüfstand gestellt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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