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Der neue Loewe-Eigentümer würde sich gerne am Stammsitz einmieten - aber möglichst wenig dafür zahlen.

Loewe-Eigentümer schmiedet große Pläne: 100 Mitarbeiter & neue Produkte zur IFA

14.01.2020

Wenige Wochen nachdem Skytec die Marke Loewe übernommen hat, gibt’s nun auch erste Informationen über die konkreten Zukunftspläne. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Pläne dürfte aber wohl nicht ganz zufällig gewählt sein.

Laut offizieller Aussendung habe das Team um Skytec-CEO Vladislav Khabliev nun nämlich einen fertigen Geschäftsplan entwickelt wobei im ersten Schritt die Schaffung von 40 neuen Arbeitsplätzen in Kronach geplant ist. Allerdings – und jetzt kommt der Haken an der Sache – benötige man dafür freilich auch Platz. „Bevor die neuen Mitarbeiter ihre Stellen antreten können, benötigt Loewe jedoch ein Zuhause. Deshalb stehen die neuen Eigentümer derzeit in Verhandlungen mit der Stadt Kronach über die Nutzung eines Teils der alten Loewe-Betriebsstätten“, heißt es. Konkret plant Khabliev, zunächst etwa 30.000 Quadratmeter des Werksgeländes von der Stadt Kronach zu mieten. Dies entspricht rund der Hälfte der Fläche des Standorts. Und genau diese Verhandlungen sollen heute (14. Jänner) im Kronacher Stadtrat stattfinden.

Arbeitsplätze als politisches Druckmittel

Dort formiert sich allerdings Widerstand, weil Skytec offenbar (viel) weniger als den marktüblichen Mietzins zahlen möchte. Ein Problem sei das wegen der übrigen Mieter, die sich in den vergangenen Jahren auf dem Loewe-Gelände angesiedelt haben. Denn diese sollen sich nicht ungleich behandelt fühlen. „Das wäre ihnen gegenüber verantwortungslos", wird Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein von der Tageszeitung Fränkischer Tag zitiert. Der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner hat bereits angekündigt, dass seine Partei nur bei einer ortsüblichen Miete ihre Zustimmung gibt. Vielmehr möchte man das Gelände zu einem modernen Industriepark umwandeln

„Wir haben uns schon während des Bieterprozesses Gedanken über den Neustart von Loewe gemacht und uns mehrfach zum Standort Kronach bekannt. Dieses Versprechen möchten wir nun zügig einlösen“, erklärt Khabliev. „Wir hoffen auf die Unterstützung der Stadt Kronach und möchten die Gespräche über die Nutzung der Loewe-Liegenschaften zügig und in beiderseitigem Einvernehmen abschließen. Sobald dies geschehen ist, können wir sofort mit den örtlichen Behörden und der Agentur für Arbeit den Prozess zur Einstellung neuer Mitarbeiter starten.“

Ziel ist es jedenfalls, bis zur IFA 2020 neue Produkte im TV-Segment zu präsentieren. Schon im April möchte das Management wieder das vollständige, aktuelle Loewe-Portfolio anbieten können und arbeitet, so heißt es in der Aussendung, „mit Hochdruck am Wiederaufbau der Lieferkette“. Eben um diesen Zeitplan einhalten zu können, hofft Khabliev auf eine rasche Einigung bezüglich der Nutzung des Stammsitzes der Marke.

Nach dem Aufbau der ersten neuen Strukturen plant Khabliev außerdem, auch die Produktion des Flaggschiffs Loewe bild 7 in Kronach wieder anlaufen zu lassen: „Wir möchten, dass Loewe auch in Zukunft dem Prädikat ‚Made in Germany‘ verbunden bleibt. Deshalb setzen wir nachhaltig auf den Standort Kronach und rechnen mittelfristig sogar mit bis zu 100 Stellen, die wir auf dem alten Loewe-Gelände schaffen können.“

Das Ergebnis ist offen, Arbeitsplätze als politisches Druckmittel haben aber schließlich noch nie geschadet.

Update vom 15. Jänner 2020:

Inzwischen ist es fix: Loewe bleibt in Kronach. Auf finanzielle Details des ausgehandelten Vertrags, der am 1. Februar beginnt und zunächst bis zum 31. Dezember 2023 laufen wird, wollte man nicht eingehen. Nur so viel: Loewe darf vorerst 25 000 Quadratmeter anmieten. Bereits im Februar sollen dort die ersten Angestellten ihren Dienst antreten. Eingesetzt werden sollen sie zunächst im Support, der Entwicklung und dem Design. In den kommenden Monaten soll auch die Fertigung wieder ihren Betrieb aufnehmen, so dass bis zum Ende des Jahres 100 Angestellte für Loewe arbeiten sollen.

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