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Loewe-Betriebsversammlung: In sechs Monaten könnten die Lichter ausgehen

29.05.2019

Keine rosigen Aussichten gab’s für die Loewe-Mitarbeiter in der gestrigen Betriebsversammlung. Das Geld reicht nur noch bis Jahresende. Wird bis dahin kein Investor gefunden, wird’s dunkel in Kronach. 300 Beschäftigte sollen in eine Transfergesellschaft ausgegliedert werden.  

Maximal sechs Monate verbleiben den Loewe-Verantwortlichen noch, um das angeschlagene Traditionsunternehmen zu retten. „Wenn wir bis Ende November keinen Investor gefunden haben, werden zumindest was die Produktion hier angeht, die Lichter ausgehen", sagte Sachwalter Rüdiger Weiß am Dienstagabend zur Süddeutschen Zeitung. Länger sei es nicht möglich, das Geschäft aufrecht zu erhalten.

Um für Investoren attraktiver zu werden, sollen per 1. August rund 300 Beschäftigte in eine eigens zu gründende Transfergesellschaft ausgegliedert werden. Aktuell benötige man für den Betrieb derzeit nur 150 Mitarbeiter, so der Sachwalter. Um diese Kapazitäten auszulasten will das Unternehmen die zwischenzeitlich ins tschechische Pilsen ausgelagerte Teil-Fertigung kurzfristig nach Kronach zurückholen. Pläne, die Produktion ganz ins billige Ausland zu verlagern, habe man dagegen verworfen.

Ob die Investorensuche noch erfolgreich endet, ist offen. Laut Sachwalter Weiß gebe es aber mehrere Interessenten. Andererseits sucht man bereits seit 2018 nach frischem Geld, bislang allerdings erfolglos. Ein großes Problem von Loewe war und ist die Liquidität. Der monatliche Liquiditätsbedarf liegt zwischen fünf und zehn Mio. Euro. Aktuell wird das Geschäft mit einem Massenkredit am Laufen gehalten, dessen Volumen laut Weiß im „mehrstelligen Millionenbereich“ angesiedelt ist. Die Löhne und Gehälter der Loewe-Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für Mai bis einschließlich Juli gesichert.

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